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Faszinierender Mix 
aus Jazz und Elektronik

Nils Petter Molvær gastierte im KFZ Faszinierender Mix 
aus Jazz und Elektronik

Ruhig, fast meditativ, aber auch rockig-mitreißend zogen der Norweger 
 Nils Petter Molvær und seine Band die Zuhörer 
im KFZ in den Bann.

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Der norwegische Jazz-Trompeter Nils Petter Molvær begeisterte das Publikum im KFZ.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Sanft legt sich Nils Petter Molværs Trompete über den synthetischen, wuchtigen Bass, dazu kommt Jo Berger Myhre, der mit einem Geigenbogen über seine Jazzgitarre streicht und allmählich in einen spannenden Dialog mit Molværs Trompete tritt. Ganz ruhig und meditativ beginnt das Konzert im KFZ.

Für seine Mischung von elektronischer Musik – der Bass könnte auch als Beat für House-Musik dienen – und Jazz wird der 59-Jährige seit Jahren von Kritikern gelobt. 1998 erhielt er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Für seine Musik holt sich der Star-Trompeter gerne weitere Musiker an Bord, wie den ehemaligen A-ha-Pianisten Magne Furuholmen bei seinem 2005 erschienenen Album „ER“.

Zu Beginn Atmosphärische Klänge 

Als waschechter Rockmusiker überrascht neben Nils Petter Molvær im KFZ Geir Sundstøl. Bei ihm gilt: „Stille Wasser sind tief“. Sein Konzert mit Countrymusiker Jimmie Dale Gilmore in den 90ern inspirierte die Coen-Brüder in ihrem Film „Fargo“ zu der Figur des durchgeknallten Gangsters Gaear Grimsrud. Sorgt Geir Sundstøl zu Beginn noch für eher atmosphärische Klänge, so geht er zunehmend aus sich heraus, bearbeitet seine Gitarre expressiv.

Bei den ruhigeren Passagen scheint dagegen jeder der Musiker in seiner eigenen Welt zu versinken. Doch es sind die kraftvolleren Stücke, die mitreißende Melodien bieten. Die Köpfe wippen und die Federung der Stuhllehne wird ausgiebig genutzt.

Nils Petter Molvær präsentiert eine faszinierende Mischung von handgemachter und elektronischer Musik, die sich stellenweise schwer fassen lässt, die einen Sog entwickelt, dem sich die Zuhörer nicht entziehen können. Für Zwischenapplaus ist kein Platz, da muss das Publikum schon jede kleinste Lücke suchen und davon gibt es bis zum Ende des Konzerts nur drei.

Kein Zweifel, da stehen absolute Profis auf der Bühne, die ihre Instrumente in Perfektion beherrschen und auf kleine Nuancen reagieren. Das Publikum ist begeistert und bedankt sich mit langem Applaus und teilweise stehenden Ovationen und wird dafür mit einer Zugabe belohnt.

von Mareike Bader

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