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Familientreffen der Todesmetaller

Ragnarock Familientreffen der Todesmetaller

Zum 13. Mal sind in Langendorf die Metaller eingefallen - und damit sind nicht die Mitglieder der IG Metall gemeint, sondern Fans der härteren musikalischen Gangart.

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Viele Haare auf der Bühne – hier bei Bleeding Red – viele Haare vor der Bühne: Das Ragnarock in Langendorf ist der Albtraum jedes Friseurs, aber ein Traum für echte Metal-Fans. 

Quelle: Michael Hoffsteter

Langendorf. Ragnarök ist der Weltuntergang in der nordischen Mythologie - das Ragnarock ein kleines, aber feines Metal-Festival bei Marburg. Drei Tage lang, von Donnerstag bis Samstag, gaben sich größere und kleinere Bands die Mikrofone in die Hand und erfreuten ihr haareschüttelndes, von nah und fern angereistes Publikum.

Jens zum Beispiel kommt aus dem 300 Kilometer entfernten Ansbach in Franken. „Es war ein Pakt unter Waffenbrüdern”, sagt der 28-Jährige und meint, dass er damit den Festival-Gegenbesuch bei seinem Kumpel Christoph (33) aus Marburg angetreten ist. Kennengelernt haben die beiden sich übrigens - genau, auf einem Festival.

Ragna Rock Langendorf, Punish

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Generell geht es sehr familiär zu auf dem Ragnarock. Dafür sorgen von der ersten Stunde an der Elnhäuser Dany Reinhardt und seit 2006 der Marburger Björn Drott. Mit erheblichem persönlichem Einsatz stemmen sie die Organisation. Sie sagen: „Diese Party ist für Euch! Und für uns! Weil wir selbst Fans sind!” Unterstützt werden sie von den vielen ehrenamtlichen Helfern, oftmals Langendorfer, die jedes Jahr wieder dabei sind, um zum Beispiel Bier zu zapfen, für Ordnung zu sorgen oder beim Auf- und Abbau zu helfen.

Für die standesgemäße Volldröhnung sorgten als Headliner die Death-Metal-Bands ­Unleashed (Schweden) und Lay Down Rotten (Herborn) sowie Totenmond (Backnang), die Crustcore - eine Mischung aus Punk und Metal - spielen.

Für Auflockerung im sehr Todesmetall-lastigen Lineup sorgten Bands wie Apron (München), die mit ihrem Crossover-Sound an System of a Down erinnern, oder Elvenpath (Frankfurt), deren fröhlich-pathetischer Power Metal einfach Spaß macht - und sich auch selbst nicht ganz ernst nimmt.

Unter den Festivalbesuchern wurde auch in diesem Jahr wieder die Entfernung zwischen Campingplatz und Festivalgelände diskutiert. Viele scheuen den tagsüber unbeschatteten, nachts unbeleuchteten Weg. Wobei „unbeleuchtet” nicht ganz richtig ist.

Denn wer am Donnerstag den Aufstieg bewältigt hatte, wurde auf dem Rückweg mit einem funkelnden Sternenhimmel samt Sternschnuppen belohnt - unbestätigten Augenzeugenberichten zufolge sollen einige davon die Form von E-Gitarren gehabt haben.

von Vera Zimmermann

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