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Experiment mit Porträts

Alina Fontain stellt im Schwanhof aus Experiment mit Porträts

Expressives Experimentieren mit Farben, Stimmungen und Ausdrücken zeichnen die Gemälde von Alina Fontain aus, die im Atelier von Jan Luke im Historischen Schwanhof zu sehen sind.

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Die Künstlerin Alina Fontain steht neben einem ihrer expressiven Porträts.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Dort, wo sonst Kunstwerke entstehen, ist aktuell eine Ausstellung zu sehen. Der Marburger Künstler Jan Luke stellt für vier Wochen seine Atelier-Räume zur Verfügung, die sich sonst vier Künstler teilen.

Im Sommer waren zwei Mieter ausgezogen – ein Zustand, den Hartwig Bambey, der Initiator der Ausstellung, gerne nutzte. Ihm waren die Werke von Alina Fontain aufgefallen bei der diesjährigen „Nacht der Kunst“, bei der auch die Studierenden des Masterstudiengangs Bildende Kunst in ihren Ateliers mitgemacht haben. „Da guckten mich einige Bilder an“, beschrieb Bambey bei der Vernissage die ersten Eindrücke, die ihn neugierig gemacht haben.

Etwa 40 Werke von Alina Fontain sind nun im Historischen Schwanhof bei ihrer ersten Einzelausstellung in Marburg zu sehen und geben einen Einblick in die Arbeit der 31-jährigen Künstlerin. Neben den fertigen Gemälden, die durch ihre Expressivität auffallen, sind auch Skizzen zu sehen. Kleinformate­ sind ebenso ausgestellt wie Großformate.

Ausdruck für Stimmungen und Empfindungen

Besonders gerne malt Alina Fontain mit Öl, wie sie im Gespräch mit der OP erzählt. „Der Geruch von Öl und Terpentin hat für mich etwas Heimatliches“, sagte Fontain, die in Russland als Kind zweier Künstler aufgewachsen ist, die in der kleinen Wohnung auch gemalt haben. Seit 2014 studiert sie an der Marburger Uni im Masterstudiengang Bildende Kunst.

Aber auch Acryl, Grafit oder Mischtechniken bannt Fontain auf Leinwand, die sie bei Reisen gerne ungerahmt mitnimmt. „Da mussten gut und gerne 30 Arbeiten gerahmt werden“, erklärte Bambey die Vorarbeiten zur Ausstellung. Zu sehen sind Landschaften, wie die Reihe „Alpen“, die Fontains Respekt vor der Natur charakteristisch ausdrücken. „Die Berge sind so überwältigend – wie außerhalb menschlicher Macht“, erläuterte Fontain.

„Alina sucht Ausdruck für Stimmungen und Empfindungen“, meint Hartwig Bambey. Das kommt auch bei den vielen Porträts zum Vorschein. Dabei malt Alina Fontain etwa Menschen aus ihrem Umfeld, aber auch sich selbst. „Gerade wenn ich mich selbst male, bin ich eher frei im Experimentellen“, erklärte die Künstlerin. Dann sei sie mutiger und konzentriere sich mehr auf die Farben und den Ausdruck.

Wenn sie jemand anderen porträtiere, sei es ihr hingegen auch immer wichtig, denjenigen richtig darzustellen, erklärte sie. Die eher experimentellen Selbstporträts tragen meist keinen Namen. Das sei überflüssig. „ Entweder sieht man es oder nicht“, so Fontain. Aber für die Ausstellung bekam dann doch jedes Bild einen Namen – dem Publikum zuliebe.

  • Die Ausstellung ist bis zum 27. November in den Atelierräumen von Jan Luke im Historischen Schwanhof zu sehen. Weitere Informationen zur Ausstellung über www.alina-
fontain.de oder www.jan-luke.de.

von Mareike Bader

 
 
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