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Es rumort in Marburgs Chorszene

Marburger Konzertchor Es rumort in Marburgs Chorszene

Am Sonntag führt der Marburger Konzertchor um 17 Uhr Bachs Markuspassion in der Kirche St. Peter und Paul auf. Doch es brodelt rund um den Chor. Ursache sind Auseinandersetzungen in Bad Hersfeld.

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Der Konzertchor singt am Sonntag die Markus-Passion.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Seit 1970 gibt es den Marburger Konzertchor. Er ist Teil eines Chor-Verbunds von Professor h.c. Siegfried Heinrich, zu dem noch der Frankfurter Konzertchor und der Bad Hersfelder Festspielchor gehören.

Alle Chöre proben einzeln unter Heinrich, große Aufführungen wie jetzt die Markus-Passion oder bis zum vergangenen Jahr die Opern in der Bad Hersfelder Stiftsruine aber werden gemeinsam gestemmt.

Das Konzept hat über Jahre gut funktioniert. Siegfried Heinrich, inzwischen 81 Jahre alt, wurde für seinen Einsatz für die Musik mit zahlreichen Ehrungen bedacht – Goethe-Plakette des Landes Hessen, Ehrenplakette der Stadt Bad Hersfeld, Ehrennadel der Stadt Marburg, Otto-Ubbelohde-Preis des Landkreises, Gustav-Mahler-Preis und Hessischer Verdienstorden.

Dennoch: Im vergangenen Sommer gab es ein Erdbeben in Bad Hersfeld. „Opernfestspiele fallen Wedels Alleinvertretungsanspruch zum Opfer“ titelte die Hersfelder Zeitung am 28. Juli 2015. Dem Arbeitskreis für Musik wurde damals die Nutzung der Bad Hersfelder Stiftsruine für Festspielkonzerte und Opern verwehrt. Ein Sieg für den Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Dr. Dieter Wedel, über den ehrenamtlich tätigen Heinrich ( Foto links, Weigel). In diesem Jahr gibt es erstmals seit vielen Jahren keine Opern in der Stiftsruine mehr.

Jetzt tritt ein weiterer Chor auf den Plan – der Anfang des Jahres gegründete Hessische Konzert- und Festspielchor. Hauptsponsor ist das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Der musikalische Leiter des neuen Chores ist seit Februar der Operndirigent Ulrich Manfred Metzger ( Archivfoto), den Marburger Musikfreunde als Dirigent des Studenten-Sinfonie-Orchesters kennen.

Mit dem Chor bereitet er nun Verdis „Requiem“ vor, das im Sommer statt der Opern zweimal in der Stiftsruine in Bad Hersfeld aufgeführt werden soll. „Mein Ziel ist es, die Opernfestspiele in Bad Hersfeld am Leben zu erhalten, damit nicht ein weiteres kleines Haus in Deutschland verschwindet“, sagte Metzger der OP.

Der Hessische Konzert- und Festspielchor sei kein Angriff auf den Konzertchor. Trotzdem sucht er Sängerinnen und Sänger in Bad Hersfeld, Marburg und Frankfurt – an allen drei Standorten sind regelmäßige Proben geplant.

„Der Chor sieht sich nicht als Konkurrenz bestehender Chöre – vielmehr will er all denjenigen Sängerinnen und Sängern eine Plattform bieten“, die anspruchsvolle Programme aus Oper, Konzert und Oratorium einstudieren, in der Stiftsruine und „bei weiteren Festivals und Konzertreihen in Hessen“ auftreten wollten, teilte der junge Verein mit.

Chor strebt 100 Mitglieder an

Unterdessen haben mit Eva Naumann, die von 2012 bis 2016 1. Vorsitzende des Marburger Konzertchors war, Heidrun Preuße und Rita Wandel, drei Vorstandsmitglieder des Marburger Konzertchores Vorstandsposten beim Hessischen Konzert- und Festspielchor übernommen.

„Es bot sich die Gelegenheit, mit dem neuen Chor wieder in der Stiftsruine aufzutreten. Es war immer sehr schön dort“, sagte Eva Naumann der OP. Der neue Chor sei im Aufbau, habe derzeit rund 50 Sängerinnen und Sänger. „Wir streben die 100 an.“

„Völlig überrascht“ von der Entwicklung zeigte sich Bettina Berk, seit Jahresanfang Vorsitzende des Marburger Konzertchores. Der Chor habe über 40 aktive Mitglieder und wolle sich abgrenzen von dem neugegründeten Hessischen Konzert- und Festspielchor.

Auf sie kommt nun viel Arbeit zu. Einerseits bereitet sie eine außerordentliche Mitgliederversammlung vor, zum anderen das große Konzert am Sonntag in St. Peter und Paul gemeinsam mit dem Orchester Virtuosi Brunensis und den Solisten Marta Gamrol-Wrzol (Sopran), Barbara Buffy (Alt) und Rainer Lehn (Rezitative).

  • Karten für das Konzert des Marburger Konzertchores gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information am Pilgrimstein und im Musikhaus am Biegen. Sie können auch per E-Mail vorbestellt werden unter karten@marburger-konzertchor.de

von Uwe Badouin

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