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Erinnerungen an „Rheingold“

Professor Prümm Erinnerungen an „Rheingold“

Es ist der „Versuch in einem Buch die Textur von Niklaus Schillings Filmen mit der Sprache einzuholen“, soweit Professor Karl Prümm über sein neues Werk.

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Professor Karl Prümm (rechts) schreibt über Regisseur Niklaus Schilling.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. „Ein notorischer Grenzverletzter“ ist ein Buch mit Hintergrundmaterial und interpretativen Denkansätzen zu dem Lebenswerk des Schweizer Regisseurs Niklaus Schilling. Angefangen hatte alles 2005. Damals war Prümm als Professor für Medienwissenschaft tätig und gab ein Seminar über Schilling, der ihm als Vertreter der Regisseure, die zuvor Kameramänner waren, besonders am Herzen lag.

Aus dem gesammelten Wissen und der mittlerweile aufgebauten Freundschaft hat er ein Buch über den Baseler Vertreter des Autorenkinos geschrieben. Nun stellte der Autor sein Werk in der „Kammer“ zum ersten Mal vor. Dazu gab es eine umfangreiche Einführung sowie Hintergrundinformationen von Prümm und dem angereisten Schilling höchstpersönlich.

Dessen Vita wurde im Buch natürlich noch einmal gründlich aufgearbeitet: von der Lehre als Schaufensterdekorateur und ersten Erfahrungen mit dem Film in der Geburtsstadt Basel, bis hin zum Durchbruch in München mit „Nachtschatten“. „Der Film konnte damals nur zustande kommen, weil einer der Söhne aus der Schwarzkopf-Familie das sechsstellige Budget ohne Sicherheiten bereitgestellt hat,“ berichtete Schill.

Im Anschluss wurde Schillings Klassiker „Rheingold“ gezeigt, welcher 1978 in Marburg uraufgeführt worden war. Der Film über eine Bahnfahrt unter ungünstigem Stern, ist auch im Buch umfassend aufgearbeitet. Das Besondere an „Rheingold“ ist vor allem die Art und Weise des Drehs, denn der Zug wurde zu keinem Zeitpunkt angehalten, alles passiert während der Fahrt. „Wir waren uns damals selbst nicht sicher, ob das überhaupt funktionieren würde,“ so der Regisseur und ergänzte: „Wäre heute vermutlich auch nicht mehr so spannend, ist mittlerweile nämlich ein flüsterleiser ICE.“

von Marcus Hergenhan

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