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Erfolgreicher Thriller verfilmt

OP-Filmtest: „Girl on the Train“ Erfolgreicher Thriller verfilmt

Aus dem Zugfenster starren, die Häuser entlang der Strecke beobachten und sich das Leben der 
Bewohner ausmalen. Ein Voyeurismus, der spannender sein kann als sämtliche Daddelspiele, wie der Thriller zeigt.

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Luke Evans als Scott und Haley Bennett als Megan in „Girl on the Train“.

Quelle: Constantin Film

Marburg. Als Buch war „Girl on the Train“ ein Bestseller mit weltweit mehr als 15 Millionen verkauften Exemplaren. Eine Frau fährt täglich mit dem Zug dieselbe Strecke und blickt dabei in die Häuser entlang der Bahngleise.

Eine Voyeurin, der besonders ein junges Paar gefällt, das einfach perfekt erscheint, und in dessen Leben sie sich hineinträumt. Eines Tages aber macht sie eine schockierende Beobachtung, und als sie sich einmischen will, gerät sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Gewalt. Tate Taylor („The Help“) hat den Erfolgskrimi nun verfilmt, hervorragend besetzt mit Schauspielern wie Emily Blunt, Rebecca Ferguson und Justin Theroux.

Wirklich überzeugen kann der Film allerdings nicht: Trotz vieler spannender Momente wirkt die Geschichte zerfasert und nimmt erst gegen Ende richtig Fahrt auf. Das mag auch an der Romanvorlage von Paula Hawkins liegen, die es Filmemachern nicht gerade leicht macht.

Geschichte wirkt sprunghaft

Mit vielen Rückblenden erzählt sie aus der Perspektive von drei Frauen: Rachel, die nach zwei Jahren Trennung immer noch ihrem Ex-Mann Tom (Justin Theroux) nachtrauert und ihren Frust im Alkohol ertränkt; Anna (Rebecca Ferguson), die Neue an Toms Seite, die in dem Haus wohnt, das Rachel eingerichtet hat und das Baby bekommen hat, von dem ihre Vorgängerin einst träumte.

Und Megan (Haley Bennett), die mit Scott die scheinbar perfekte Beziehung führt, aber ein dunkles Geheimnis hütet und eines Tages spurlos verschwindet. Was im Buch funktioniert, ist im Film nicht ganz geglückt, wenngleich manches aus dramaturgischen Gründen modifiziert wurde. Doch Taylor schafft es nicht, die Erzählstränge zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Die Geschichte wirkt sprunghaft, ohne roten Faden, bisweilen verwirrend. So haben die einzelnen Figuren wenig Möglichkeiten, sich zu entfalten.

Getragen wird der Film, dessen Handlung von London nach New York verlegt wurde, vor allem von Emily Blunt („Sicario“). Sie spielt Rachel als zerrissene Persönlichkeit, die sich regelmäßig betrinkt, bis zum Filmriss. Irgendwo in ihrem alkoholumnebelten Gedächtnis ist die Lösung für Megans Verschwinden. Zwischendurch scheint die Erinnerung zum Greifen nah, doch Rachel kann sie trotzdem nicht fassen.

Bis zum Schluss bleibt unklar, ob Rachels wilde Theorien über Megans Schicksal tatsächlich stimmen oder ihren Alkoholfantasien entstammen – eine Reminiszenz an Alfred Hitchcocks „Fenster zum Hof“, in dem ein neugieriger Nachbar glaubt, einen Mord gesehen zu haben. Doch an das Werk des Altmeisters mit der hochspannenden Mischung aus Voyeurismus und Obsession kommt Taylor bei Weitem nicht heran.

von Cordula Dieckman

 „Girl on the Train“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 2,98 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Im Vergleich zum Roman war die Protagonistin nicht vielschichtig, und die Spannung wurde nicht so aufgebaut.“
Almut Killmer aus Marburg

„Überaus gelungen. Der Film bietet die gleiche Qualität wie das Buch.“
Chris Hill (51) aus Marburg

„Die beklemmende Atmosphäre des Romans wurde meisterhaft umgesetzt.“
Roswitha Koch (65) aus Ebsdorfergrund

„Ein sehr verstörender Film. Sehr gute schauspielerische Leistung von Emily Blunt.“
Johanna Premper aus Marburg

„Ziemlich spannend bis auf den unfreiwillig komischen Showdown.“
Andrea Ulrich (50) aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Brigitta Sander aus Stadtallendorf, Annika Nebel aus Marburg, Olga Fink aus Cölbe, Alexandra Riedesel aus Ebsdorfergrund und Christa Metzker aus Marburg. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Mahana – eine Maori-Saga (3,56)
2. SMS für Dich (3,49)
3. Ben Hur (3,27)
10. Girl on the Train (2,98)

 
 
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