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Er schafft Schönheit aus Zeit und Licht

Marburger Kamerapreis für Pawel Edelman Er schafft Schönheit aus Zeit und Licht

Als ein Kameramann, der ganz unterschiedliche, aber immer eindrucksvolle Bilder für verschiedene Filme geschaffen hat, wurde der Pawel Edelman am Samstagabend in der Aula der Alten Universität geehrt.

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Ein Künstler an der Kamera: der vielfach ausgezeichnete Pawel Edelman.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zum 14. Mal vergaben die Philipps-Universität und die Stadt Marburg gemeinsam den mit 5000 Euro dotierten Preis, der in die Marburger Kameragespräche mit intensiven Diskussionen über die Arbeit des Preisträgers eingebettet ist. Das Interesse war groß, die Alte Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Als einen Künstler, der sich besonders auf historische Stoffe aus der polnischen und damit auch der europäischen Geschichte spezialisiert hat, kennzeichnete Uni-Präsidentin Professor Katharina Krause den Kameramann, der bereits viele wichtige Filmpreise gewonnen hat und auch schon für den Oscar nominiert wurde. Vor allem mit zwei „Großmeistern“ der Regie arbeitet Edelman seit Jahren immer wieder zusammen: Andrzej Wajda und Roman Polanski. „Er hat Bilder für die Dramen des 20. Jahrhunderts gefunden“, sagte Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach und verwies auf „Der Pianist“ von Polanski, der das Überleben eines jüdischen Pianisten im Nationalsozialismus schildert, oder auf Wajdas „Massaker von Katyn“. Aber auch Eskalationen im Wohlstandmilieu wie in Polanskis „Gott des Gemetzels“ habe er abgebildet.

Pawel Edelmans Arbeit gehe in die Tiefe - und zwar nicht nur in die Tiefe des Raums, betonte Dietmar Kraus von der VG Bild-Kunst; sie habe emotionale Tiefe, was er mit Edelmans Aussage „Man kann die Technik nicht von der Seele trennen“ belegte.

Professor Malte Hagener vom Fachbereich Medienwissenschaft, der für den Kamerapreis verantwortlich zeichnet, stellte den Mann vor, der die Laudatio auf Edelman halten sollte: Wladyslaw Pasikowski, ein in Polen sehr bekannter Regisseur, der aktuelle Gesellschaftsthemen in populäre Formate bringt.

Seit 31 Jahren sei Edelman sein Kollege, Partner und Freund, sagte Pasikowski in seiner kurzen, aber sehr persönlichen Laudatio. Die englische Bezeichnung für den Kameramann, „Director of Photography“, verdeutliche, was Edelman sei: kein Techniker, sondern ein Künstler. „Der Marburger Kamerapreis ist ein Preis, der nicht an Stars, sondern an Künstler verliehen wird“, lobte der polnische Regisseur. Bilder seien die Seele des Films - und er wundere sich immer wieder, wie Edelman aus etwas so flüchtigem wie der Zeit und dem Licht so nachhaltige Schönheit entstehen lasse. Pawel Edelman selbst machte deutlich, warum er mit Regisseuren so enge Partnerschaften eingeht. „Kino ist eine kollektive Kunst, und deshalb teile ich diese Auszeichnung mit vielen - vor allem mit den Regisseuren.“ Er habe das Glück gehabt, wunderbare Regisseure zu treffen, die auch wunderbare Menschen seien.

Mit zurückhaltendem Charme bedankte er sich: Er werde die vielen freundlichen Worte viele Jahre in seinem Herzen tragen.

von Heike Döhn

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