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„Er ist mehr als nur ein Tenor“

Semesterabschlusskonzert des Unichores „Er ist mehr als nur ein Tenor“

Lebhafte Motetten und ruhige Lieder rund um das Motto „Vom Morgen bis zum Abend“ standen auf dem Programm beim Semesterabschlusskonzert des Unichors vor etwa 300 Zuhörern.

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Ka Young Lee (Basso Continuo) und Cellistin Ina Himmelmann begleiteten den von Nils Kuppe ­geleiteten Chor.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Reise durch den Tag begann sprichwörtlich mit der Stunde null. Dirigent und Bezirkskantor Nils Kuppe spielte auf der Orgel der Universitätskirche Camille Saint-Saens „Danse macabre“ mit vielen ­Registerwechseln und ­einem feinen Gespür für Tempo und Dynamik.

Dieses Feingefühl zeigte Kuppe auch bei der Leitung der etwa 60 Sängerinnen und Sänger des Unichors. Wunderschön ruhig und unaufgeregt erklang das „Morgenlied“ von Wilhelm Berger, dem sich der Unichor traditionell besonders gerne widmet.

Eröffnet wurde das Konzert jedoch mit der Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied“ von Johann Sebastian Bach, das von Ina Himmelmann am Cello und Ka Young Lee am Basso Continuo begleitet wurde. Vielschichtig, lebendig und fröhlich erklangen die Stimmen von allen Seiten - ein tolles Klangerlebnis.

Es gebe zwar viele Stücke zum Morgen und zum Abend, aber nur wenige zum Mittag, erklärte Dirigent Nils Kuppe. Selbst für das traditionelle Rätselstück wurde daher auf ein Trinklied zurückgegriffen, das jedoch nur von den Männerstimmen gesungen wurde.

„Wachet auf“ bringt Frauenstimmen in den Fokus

Nach einigen Tipps wurde aus dem Publikum sowohl der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy als auch der mit ihm befreundete Dichter Johann Wolfgang von Goethe des Liedes „Solang man nüchtern ist“ erkannt.

Es folgte eine weitere Überraschung im Programm, die auch eine für einen der Sänger war. Verdutzt ließ sich Johann Lieberknecht von seinen Mitsängern für seine zehnjährige Mitgliedschaft im Unichor feiern. Eine beachtliche Zeit, die Bleibezeit im Unichor betrüge durchschnittlich gerade einmal drei Semester, wie vom Unichor betont wurde.

„Er ist mehr als nur ein Tenor“, waren sich die Chorsänger über Lieberknecht einig, der in dieser Zeit als Vorstand und der Programmauswahl tätig war. Inzwischen studiert er Kirchenmusik und hat auch schon einige Proben in Vertretung von Nils Kuppe geleitet.

Bei der neoklassizistischen Motette von Hugo Distler „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ aus dem Jahr 1936, standen wieder eher die Frauen im Fokus. Nach dem bedächtigen Anfang erwachten nacheinander alle Stimmen und formten ein kräftiges Stimmengeflecht, das von den beiden Solistinnen Eva Wittersheim und Christabel Mennicken erweitert wurde.

Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus und wurden mit dem Abendlied von ­Josef Rheinberger „Bleib bei uns“ belohnt.

von Mareike Bader

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