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Er hätte die Welt verändern können

Film über den Hitler-Attentäter Elser Er hätte die Welt verändern können

Für die Nazis war Georg Elser ein Psychopath. Ein kleiner Schreiner, der den mächtigen Adolf Hitler ermorden wollte. Der Spielfilm "Elser" startet am Donnerstag im Cineplex, am Freitag wird dort Hauptdarsteller Christian Friedel erwartet. Die OP verlost Freikarten.

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Müller (Johann von Bülow, Mitte) und Nebe (Burghart Klaußner, links) drängen Elser (Christian Friedel) das Verhörprotokoll zu unterzeichnen.

Quelle: Lucky Bird Pictures – Bernd Schuller

Marburg. Ein junger Mann beim Baden am Bodensee. Er lacht mit Freunden, spielt Gitarre und macht den Frauen schöne Augen. Es ist der Sommer 1932. Wenige Monate, bevor Adolf Hitler in Deutschland die Macht ergreifen sollte. Der charmante Mann ist der Schreiner Georg Elser, der nach seiner Lehre auf Wanderschaft ist und das Leben genießt - noch. Denn der aufziehende Nationalsozialismus beunruhigt ihn so sehr, dass er einen lebensgefährlichen Plan schmiedet: Er will Hitler ermorden, die Gefahr des Krieges bannen und Deutschland von der brutalen Macht der Nazis befreien. Der Regisseur Oliver Hirschbiegel hat dem mutigen Handwerker aus dem schwäbischen Hermaringen nun ein filmisches Denkmal gesetzt mit dem Drama „Elser - Er hätte die Welt verändert“.

Das Attentat ist dabei Rahmenhandlung und Kernstück zugleich.

13 Minuten verändern die Weltgeschichte

Der Film nach dem Drehbuch von Fred Breinersdorfer und seiner Tochter Léonie-Claire beginnt im Münchner Bürgerbräukeller. Mit blutigen, zittrigen Händen versucht Elser, mitten in der Nacht seine Bombe mit Zeitzünder in einer Säule hinter dem Rednerpult zu platzieren, wo Hitler zwei Tage später zu den Menschen im Saal sprechen soll. Doch der Plan geht nicht auf. Während Elser am Abend des 8. November 1939 aus der Ferne ständig seine Uhr kontrolliert und auf die Nachricht vom Tod des Führers wartet, verlassen der Diktator und seine hochrangigen Begleiter den Saal - 13 Minuten zu früh. Das Attentat missglückt und Elser wird bald darauf an der Grenze zur Schweiz festgenommen. Sein Schicksal ist besiegelt: Verhöre, Folter, grausame Psychospiele und schließlich der Tod.

Hirschbiegel, der mit seinem oscarnominierten Hitler-Film „Der Untergang“ weltweit Aufsehen erregte, interessierte weniger die Frage, wie das Attentat ablief - damit will er sich auch von Klaus Maria Brandauers Film „Georg Elser - Einer aus Deutschland“ aus dem Jahr 1989 abgrenzen.

Tod im Konzentrationslager Dachau

Hirschbiegel ging es um die Persönlichkeit des Menschen, der in diesen gefährlichen Zeiten den Mut zu so einer Tat aufbrachte und sie völlig allein durchzog. Er wollte zeigen, wie die nationalsozialistische Ideologie schleichend Einzug in den Alltag hielt und wie aufmerksam und weitsichtig Elser diese Veränderungen in der Gesellschaft wahrnahm und einordnete. Und wie die Nazis den mutigen Widerstandskämpfer als wahnhaften, psychisch kranken Kollaborateur der Amerikaner und Engländer darstellten, bevor sie ihn wenige Wochen vor Kriegsende am 9. April 1945 im Dachauer Konzentrationslager ermordeten.

Hauptdarsteller Christian Friedel („Das weiße Band“) verleiht Elser eine Mischung aus Leichtigkeit, Nachdenklichkeit und Trotz. Schon früh spürt der Schreiner, welche Gefahr über seiner Heimat heraufzieht.

Grausame Verhöre

Anders als früher in vielen Geschichtsbüchern dargestellt, spielt er ihn aber nicht als verrückten Tüftler, der sich in einen Wahn hineinsteigert, so wie es die Nazis gerne darstellen wollten. Sein Elser strahlt trotz aller Nervosität eine beeindruckende Ruhe aus, die klar macht, dass Elser genau wusste, was er tat, und stets Herr seiner Sinne war.

Besonders grausam sind die Verhörszenen mit Burghart Klaußner als undurchsichtigem Kripo-Chef Arthur Nebe und Johann von Bülow als Gestapo-Chef Heinrich Müller. Hirschbiegel erspart den Zuschauern diese Grausamkeiten nicht.

Dass Elser nach seinem Tod so lange nicht als Widerstandskämpfer anerkannt wurde, war für Hirschbiegel ein Grund mehr, dessen Leben zu verfilmen. „Dass so ein kleiner Handwerker aus dem Schwabenland als Einziger erkennt, was in Deutschland passiert, und etwas dagegen unternimmt - das ist beschämend“, kommentiert der Regisseur. „Das weckt natürlich den Reflex, diese Geschichte unter den Tisch zu kehren. Höchste Zeit also, sie auf die große Leinwand zu bringen!“

von Cordula Dieckmann

Der Spielfilm „Elser - Er hätte die Welt verändert“ startet morgen im Cineplex.

OP-Gewinnspiel

Nach Matthias Schweighöfer kommt am Freitag erneut ein Filmstar ins Cineplex: Christian Friedel steht nach der 20-Uhr-Vorstellung für Publikumsfragen zur Verfügung.

Die OP verlost zehn Mal zwei Freikarten für diese Vorstellung. Wer gewinnen will, schickt bis Donnerstag, 9. April, 12 Uhr eine E-Mail an kultur@op-marburg.de.

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