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Entspannter Wüsten-Rock

Tito Larriva & Entspannter Wüsten-Rock

Wenn Tito Larriva ruft, kommen seine Marburger Fans in Scharen: Sein Konzert am Dienstagabend im KFZ war - wieder einmal - ausverkauft. Sein Rezept: Der Mexikaner aus den USA macht die Menschen ein wenig glücklicher.

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Zu „After Dark“ tanzen seine Fans auf der Bühne um Tito Larriva am Mikrofon. Seine Gitarre hat er dem „Vibes“-Gitarristen Mojo abgetreten, der Tito mit seinen Kollegen begleiten darf. Den Konzertauftakt machte der Altmeister solo (rechts).Fotos: Uwe Badouin

marburg. von Uwe Badouin

Marburg. Sein Song „After Dark“ machte den Sänger und Schauspieler Tito Larriva 1995 schlagartig bekannt. Damals stand er mit seiner Band Tarantula in dem Vampir-Splatterfilm „From Dusk Till Dawn“ seines Freundes Robert Rodriguez in der Spelunke „Titty Twister“ auf der Bühne und stimmte die Filmbesucher auf eines der blutigsten Vampirgemetzel der Filmgeschichte ein.

Klar, dass seine vielen Marburger Fans im rappelvollen KFZ auf diesen Song, auf Tito Larrivas größten Hit warten. Und sie bekommen ihn nach gut einer Stunde: „After Dark“ entwickelt mit seinen entspannten Rhythmen einen geradezu hypnotischen Sog, dem sich die Zuhörer kaum entziehen können. Nach wenigen Takten klettern die ersten Fans - von Tito animiert - auf die Bühne und tanzen. Als Überraschung entern auch die drei Schweizer von der Vorband „The Vibes“ die Bühne, schnappten sich die Instrumente und spielten weiter: Spätestens jetzt hat die Partyzeit im KFZ begonnen. „The Vibes“ hatten gut zweieinhalb Stunden zuvor den Abend mit geradlinigem und schnörkellosem und Southern Rock eröffnet.

Gekommen aber waren die 300 Besucher wegen Tito Larriva, dessen viertes Konzert im KFZ einmal mehr ausverkauft war - und das trotz Semester- und Schulferien.

Der 1953 in der heute vom Krieg der Drogenbanden erschütterten mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez geborene Musiker präsentiert sich in Marburg als entspannter und gutgelaunter Entertainer. Er beginnt den Abend allein, im Stil eines mexikanischen Mariachi. Erst nach dem dritten Song kommt seine neue Band mit seiner Tochter Lolita Carrol Larriva am Bass auf die Bühne. Lolita Carrol strahlt den ganzen Abend über und stiehlt ihrem Vater zumindest optisch die Show, wie die Reaktionen des Publikums zeigen. Ein Grund: Mit „Pretty Wasted“ spielt ihr populärer Vater einen Song, den sie angeblich im Alter von elf Jahren geschrieben hat. Ein ausgezeichneter Gitarrist aus London und ein blutjunger Amerikaner am Schlagzeug, der sich gekonnt durch das Tito-Repertoire trommelt, vervollständigen Quartett.

Rund 25 Songs von fünf Alben mit Filmmusik-Hits zu „Desperado“ oder „Machete“, einer Hymne an das „German Fraulein“ namens Helmut stehen auf der Setliste, die der Roadie zu Titos Füßen auf den Boden geheftet hat. Die Songs, mal rockig schnell, mal im Stil des staubtrockenen Wüstensounds seines Hits „After Dark“ peitscht der Altmeister cool, lässig und charmant in 90 Minuten durch das Programm - selbst eine Erkältung kann ihn davon nicht abhalten.

Nach zwei Zugaben mit einer mitreißenden Latin-Rock-Version des Ritchie-Valens-Hits „La Bamba“ verabschiedet ein strahlender Tito Larriva ein zufriedenes und glückliches Publikum aus dem heißen KFZ in die laue Marburger Sommernacht. Und alle freuen sich auf das nächste Mal.

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