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Entführung in die Welt des Orients

Lesung Entführung in die Welt des Orients

Sie sind nicht für Kinder gedacht, die Märchen aus „Tausendundeine Nacht“, die die Orientalistin Claudia Ott im Café Vetter vorliest. Denn die orientalischen Geschichten sprechen manchmal eine recht unverblümte Sprache.

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Wie eine orientalische Prinzessin: Claudia Ott las im Café Vetter aus ihrer Übersetzung von „Tausendundeine Nacht“.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Die Worte schweben durch den Raum und alle lauschen gebannt. Claudia Ott spricht die ersten Sätze ihrer Erzählung in Arabisch, der Originalsprache der alten Schrift von Tausendundeiner Nacht.

Die Autorin hat in Jerusalem, Tübingen und Berlin Orientalistik studiert und mehrere Jahre in arabischen Ländern gelebt. 2004 legte sie eine Neuübersetzung der arabischen Handschrift von „Tausendundeine Nacht“ vor, die sich direkter auf das Original bezieht.

Im Café Vetter entführte die Autorin ihre Gäste nun in die fremde, geheimnisvolle Welt des alten Orients. Selbst wie eine orientalische Prinzessin gekleidet, trug Claudia Ott in freier Rede die Geschichte eines Königs vor, der von der Treulosigkeit seiner Ehefrau und vom lasterhaften Treiben an seinem Hof entsetzt ist.

Denn während der Herrscher auf Reisen weilt, vergnügen sich zu Hause die Sklaven mit den Damen aus seinem Harem. Darüber gerät der König in große Wut und beschließt, fortan nur noch für eine Nacht zu heiraten und die jungen Frauen nach der Hochzeitsnacht zu töten. Erst die schöne Scheherazade kann den König besänftigen, indem sie ihm immer neue Märchen erzählt.

Die Geschichten, die Claudia Ott vortrug, waren mal komisch, mal dramatisch, mal erotisch, aber immer voll Poesie. Sie ließen eine längst versunkene Märchenwelt wieder auferstehen und faszinierten mit ihrer blumigen und fremdartigen Erzählweise.

Die zahlreichen Gäste im Café Vetter zeigten sich begeistert und spendeten viel Beifall. Claudia Ott musste mehrere Zugaben lesen, darunter auf besonderen Wunsch auch weitere erotisch angehauchte Geschichten.

Darüber hinaus verriet die Autorin, dass sie bereits an einer neuen Übersetzung arbeitet. Es handelt sich um die Märchensammlung „Hundertundeine Nacht“, das Schwesterwerk von „Tausendundeine Nacht“ aus dem Jahre 1235.

von Bettina Preussner

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