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Entdeckungen unter der Oberfläche

Doppelausstellung in Galerie Schmalfuß Entdeckungen unter der Oberfläche

„Ansicht/Durchsicht“ ist der Titel der Ausstellung, die am Freitagabend in der Galerie Schmalfuß eröffnet wurde. Die Arbeiten von Guangyun Liu und Oliver Czarnetta haben eines gemeinsam: Sie zeigen, was sich unter der Oberfläche verbirgt.

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Unter der Oberfläche: Guangyun Lius „Surfaces“ stellen die Frage nach der wahren Schönheit.
Foto: Bettina Preussner

Marburg. Sie sind von rätselhafter Schönheit, die großformatigen Bilder von Guangyun Liu. Wie hinter einer Eisschicht gefangen, blicken die Frauen dem Betrachter ins Gesicht, sie scheinen nah zu sein und gleichzeitig weit entfernt.

Die geheimnisvollen Bilder sind in mehreren Schichten aus Kunstharz gegossen und tragen die Titel „Surface“ oder „Under the Surface“. Es sind „Oberflächen-Gesichter“, wie Galerist Michael Schmalfuß erläuterte, die auch die Definition von Schönheit hinterfragen. Was ist Schönheit und wann wird Schönheit zum Wahn?

Der chinesische Künstler Liu, der auch eine Professur in Shanghai inne hat, nimmt sehr erfolgreich an internationalen Ausstellungen teil. Er lebt und arbeitet in Shanghai und Mainz. Der 1962 geborene Künstler war unter anderem beteiligt an der großen Gruppenausstellung „Jetlag“ in Hannover, die von Bundeskanzlerin Merkel und dem chinesischen Staatspräsidenten Wen Jiabao eröffnet wurde.

Auch Oliver Czarnettas Kopf-Skulpturen tragen ein Geheimnis. Die aus Kunstharz gefertigten Arbeiten sind durchsichtig und zeigen buchstäblich das, was in den Köpfen vorgeht. Da sieht man ein zweites Gesicht, verzweigte Wege, mysteriöse Worte, ein fedriges Gebilde anstelle des Gehirns. Sind es die Gedanken, die Gefühle oder die Persönlichkeit der Menschen, die hier dargestellt werden sollen? „Spektrum“ nennt Czernetta seine Serie von Kunstharzköpfen vieldeutig.

„Die menschliche Persönlichkeit ist wie eine Zwiebel aufgebaut“, erklärte Galerist Michael Schmalfuß dazu. „Das Ich hat keinen statischen Kern.“ Der Künstler habe Unsichtbares in Sichtbares verwandelt und einen Kopf im Kopf darstellen wollen, so Schmalfuß weiter.

Oliver Czarnetta wurde 1966 in Aachen geboren und ließ sich zunächst zum Steinmetz ausbilden.

Er studierte Kunstgeschichte, promovierte und war unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Koblenz tätig.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Oktober in der Galerie Schmalfuß, Steinweg 33, zu sehen. Sie ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und 15 bis 18.30 Uhr und Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

von Bettina Preussner

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