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Elisabeth Sabo, Harald Pausch und Mountainbiker ausgezeichnet

Otto-Ubbelohde-Preis Elisabeth Sabo, Harald Pausch und Mountainbiker ausgezeichnet

Feierlich wurden gestern Abend von Landrätin Kirsten Fründt im Schloss Biedenkopf die Otto-Ubbelohde-Preise des Jahres 2016 überreicht.

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Strahlende Gesichter im Biedenkopfer Schlosshof: Landrätin Kirsten Fründt (Mitte) und der Kreistagsvorsitzende Detlef Rüffert (rechts) freuen sich mit den Hinterländer Mountainbikern Siggi Pitzer (von links), Uli Weigel, Jörg Krug und Harald Becker, mit dem Kirchhainer Heimatforscher Harald Pausch und der Marburger Künstlerin Elisabeth Sabo.

Quelle: Uwe Badouin

Biedenkopf. Die Marburger Künstlerin Elisabeth Sabo, der Kirchhainer Heimatforscher Harald Pausch und die Hinter­länder Mountainbiker wurden gestern Abend mit dem mit jeweils 1000 Euro dotierten Otto-
Ubbelohde-Preis 2016 ausge­zeichnet. Der Preis, der seit 1987 vergeben wird, würdigt das ehrenamtliche Engagement in den Bereichen Denkmalpflege, Heimatkunst, Heimatgeschichte, Pflege des heimischen Brauchtums und der Beschäftigung mit dem Werk Otto Ubbelohdes. Es ist der einige Kulturpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf mit einem enormen ideellen Wert.

Bislang wurden nach Auskunft von Landrätin Fründt 33 Vereine und Initiativen ausgezeichnet sowie 85 Personen, davon sind 28 Frauen. Diese Zahlen zeigen in Kombination mit der seit Jahren kontinuierlich hohen Zahl an Bewerbungen die Ausstrahlung des Kulturpreises.

In diesem Jahr hat die Jury die Preisträger sorgfältig austariert: das Hinterland ist ebenso wie der Ostkreis und das Marburger 
 Land vertreten – und mit Eli­sabeth Sabo wurde eine Frau geehrt.
Elisabeth Sabo wurde 1958 in Ungarn geboren. Die Bildhauerin lebt seit 1987 in der Region Marburg, ist Mitglied der Künstlervereinigung Marburg-Biedenkopf.

Sie hat sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt. Mit ihren Händen erwecke sie „weggeworfene und vergessene Gegenstände“ zu neuem Leben, heißt es in einer Einladung zu ihrer nächsten Ausstellung, die ab Mittwoch im Landratsamt zu sehen ist.

„Ich bin überwältigt“, sagte sie in ihrer kurzen Dankesrede. Sie werde wohl noch „ein paar Tage, Wochen oder Monate“ brauchen, um die Auszeichnung zu realisieren. Mit einem Teil des Preisgeldes unterstützt sie das Filmprojekt „Young Oddities“ der Marburger Schauspielerin Victoria Schmidt und ihres Wuppertaler Kollegen Alexander Peiler, das Jugendlichen aus Marburg und Palästina eine Stimme geben soll.

Im Geschäftshaus ein Dachmuseum eingerichtet

Harald Pausch ist so etwas wie das Gedächtnis der Stadt Kirchhain. Mit dem Preis würdigt der Landkreis sein Engagement für die Aufarbeitung der Stadtgeschichte Kirchhains. Pausch hat in seinem Geschäftshaus ein kleines Dachmuseum zur Stadtgeschichte aufgebaut, hat als Stadtführer Themenführungen etwa zum jüdischen Leben in Kirchhain und für Kinder oder Schulklassen erarbeitet und Ausstellungen konzipiert. Alle seine ehrenamtlichen Aktivitäten aufzuführen, würde an dieser Stelle den Raum sprengen.

„Als mich Dr. Markus Morr vom Landratsamt anrief, war die Überraschung perfekt. Auch ich bin überwältigt.“ Er dankte seinen Mitstreitern bei der Kur­hessischen Bürgergarde, dem Heimat- und Geschichtsverein sowie der Stadtverwaltung, die ihn bei seinen Projekten stets unterstützt habe. „Sogar meinen zwei Jungs gefällt es ganz gut, was ich mache.“

Traditionell wird neben zwei Einzelpersonen stets ein Verein oder eine Gruppe ausgezeichnet. Diesmal sind es die Hinter­länder Mountainbiker. Wird der Ubbelohde-Preis zu einer Sportlerehrung? Tatsächlich gehen bei Harald Becker (Angelburg), Jörg Krug (Steffenberg), Siegfried Pitzer (Wallau), Matthias 
Schmidt (Angelburg) und Ulrich Weigel (Eschenburg-Roth) Sport und Kultur Hand in Hand.

Historischen und kulturellen Wegbeschreibungen

Sportlich ambitioniert sind die fünf Mountainbiker allemal, aber sie verbinden ihre Radtouren, die sie seit fast 25 Jahren unter anderem auf die Brabanter Straße ins Hochmittelalter, in die USA, nach Brasilien und sogar nach China führten, stets mit historischen und kulturellen Wegbeschreibungen in Wort und Bild, die stets lokalen Bezug haben.

„Wir sind richtig stolz“ sagte 
Ulrich Weigel für die Gruppe. „Wir sind wohl die älteste Radgruppe, die noch aktiv ist, trotz 30 Knochenbrüchen.“ Statt eines Vortrags stand in diesem Jahr eine Lesung von Ralf Kramp auf dem Programm, der seinen Biedenkopfer Regionalkrimi „Ein (Kopf)schuss Humor“ vorstellte, der in der Criminale-Anthologie erschienen ist.

Es geht um einen Profi-Killer mit Burn-Out, der ausgerechnet in Biedenkopf zu alter Tatkraft zurückfindet. Souverän musikalisch umrahmt wurde­ die Feier von einem Quartett des „hinterland jazz orchestra“ mit Musik unter anderem von Kurt Weill.

von Uwe Badouin

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