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Elf Uraufführungen zum Jubiläum

Gustav Jenner Elf Uraufführungen zum Jubiläum

Beim inzwischen vierten Konzert im Jubiläumsjahr zu Ehren des ehemaligen Marburger Universitätsmusikdirektors präsentierten die Marburger Vokalisten Bearbeitungen von Volksliedern.

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Die Marburger Vokalisten trugen im Fürstensaal bislang unaufgeführte Werke Gustav Jenners vor.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Gleich zu Beginn des Konzerts wurden elf Werke Jenners erstmals öffentlich aufgeführt.

25 Jahre lang wirkte Gustav Jenner als Universitätsmusikdirektor in Marburg. Sein musikalischer Nachlass befindet sich auch heute noch im Hessischen Musikarchiv im Ernst-von-Hülsen-Haus. Dort wurden beim Stöbern zahlreiche unaufgeführte Werke entdeckt, wie die elf Werke, die beim Konzert am Samstag erklangen. „Sie sind definitiv nicht aufgeführt worden“, sagte Chorleiter Uwe Henkhaus. Es handele sich dabei vor allem um Skizzen und Bearbeitungen von Sololiedern, erläuterte der Mitarbeiter des Hessischen Musikarchivs.

So stand im Mittelpunkt des Konzertes eigentlich nicht Jenner selbst, sondern das Volkslied. „Den Volksliedern ist überhaupt nichts Menschliches fremd“, erklärte Uwe Henkhaus. Neben Volksliedbearbeitungen von Gustav Jenner standen auch Werke seiner Zeitgenossen Iwan Knorr und Robert Kahn auf dem Programm. Letzterer wäre ebenso wie Jenner dieses Jahr 150 Jahre alt geworden.

Die Marburger Vokalisten interpretierten die Lieder mit viel Gefühl und bewiesen dabei ein feines Gespür für die romantischen Themen wie Abschied, Liebe und Schmerz.

Das A-Capella-Ensemble, das sonst insbesondere geistliche Musik singt, brillierte mit einem ausgeglichenen Klang, der im Fürstensaal wunderbar wirkte.

Stimmen-Balance und tolle Kontraste

Zum guten Gleichgewicht mischte sich etwa bei „All meine Gedanken“ ein toller Kontrast zwischen dem hellen und klaren Sopran und dem tiefen Bass, der die Zeilen als „Echo“ nachwirken ließ. Interessant war auch die Stimmaufteilung beim Liebeslied „Ach Elslein, liebes Elslein“, das auch als Titel für das Herbstkonzert genutzt wurde und dessen Melodie besonders vom starken Alt geführt wurde. Im Gegensatz zu den ruhigeren und sehnsuchtsvoll klingenden Balladen war die letzte Uraufführung „Mein Mütterlein, mein Mütterlein“ mit ihrem witzigen Text und der frischen und kraftvollen Interpretation eine schöne Abwechslung. Abgerundet wurde das Herbstkonzert der Marburger Vokalisten mit vier Liedern von Johannes Brahms, dessen einziger Schüler Jenner war. Sanft und gefühlvoll bis zum letzten Ton sangen die 18 Sänger und Sängerinnen etwa „Ich fahr dahin“. Aber auch das Abendlied „In stiller Nacht“ erklang wunderschön ruhig, bevor mit dem beschwingten und rhythmischen „Der bucklichte Fiedler“ das Konzert endete.

Das Publikum bedankte sich mit einem langen Applaus für das abwechslungsreiche Programm und wurde mit Brahms‘ „Da unten im Tale“ belohnt. „Das einzige Lied, das Brahms drei Mal vertont hat“, lautete die Anmoderation.

Die Konzertreihe zum 150. Geburtstag Gustav Jenners wird am 22. November ab 17 Uhr mit Sibylla Rubens im Fürstensaal fortgesetzt. Am 3. Dezember, dem Geburtstag Jenners, wird mit einem Vortrag von Uwe Henkhaus ab 19 Uhr im Staatsarchiv Marburg gefeiert. Dazu singen die Marburger Vokalisten Werke von Jenner.

von Mareike Bader

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