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Einstein, Richling und andere Kabarettisten

Mathias Richling Einstein, Richling und andere Kabarettisten

Etwa 900 Besucher kamen am Samstag zum anderthalb-Stunden-Programm-Marathon von Mathias Richling in die Marburger Stadthalle.

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Mathias Richling hatte den deutschen Michel und dessen Politiker fest im Griff.

Quelle: Justus Noll

Marburg. Warum begibt sich Mathias Richling in die Rolle von Albert Einstein? "E=m·RICHLING²" heißt der Titel seines Programms. In der Variation der "Weltformel" e=m·c² steht Richling offenbar für die quadrierte Lichtgeschwindigkeit. Tatsächlich ist er unrealistisch schnell, wenn es um die Physik der politischen Macht geht.

Aber der Schwabe kann auch das Gegenteil erfassen - wie den unrealistisch langsamen Kanzlerkandidaten Steinmeier, der sich nach oben geschlafen habe, weil die SPD als Teil der "gefühlten Bundesregierung" nach unten gerutscht sei. Richlings Antwort auf Ulla Schmidts Kinder-Frage: "Was möchtest du denn werden?" heißt kurz und ungut: "Gesund!"

Vieles scheint Richling ansteckend, aber er stellt fest, dass sich leider keiner mit Moral ansteckt. Er liegt auf einer Schubkarre wie auf einem Operationstisch und sinniert, ob in dieser Gesellschaft Koma nicht die erträglichste Form des Lebens, ob der Tod überhaupt lebensfähig sei.
Einige hohe Stimmen im Publikum glucksen ununterbrochen durch, weil der goldige Kerl ja sooo komisch ist - wie beim Grillen im Garten, wenn jemand zu später Stunde Witze erzählt. Aber der größere Teil des Publikums weiß die kabarettistisch schmunzelnde Betroffenheit zu schätzen.

von Dr. Justus Noll

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Dienstagsausgabe der OP.

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