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Einmal Kaiserzeit und zurück

„Sissi“ fasziniert rund 600 Zuschauer Einmal Kaiserzeit und zurück

Prunkvolle Kleider, ­protzige Möbel und schwungvolle Tänze – knapp 600 Zuschauer, ­vorwiegend Frauen, ­ließen sich am Donnerstagabend in Stadtallendorf in die opulente Welt der Kaiserzeit entführen.

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Das Musical „Sissi“ schwelgt mit aufwendigen Kostümen und Kulissen im Geist der unter­gegangenen KuK-Monarchie.

Quelle: Katharina Kaufmann-Hirsch

Stadtallendorf. Sissi – welches Mädchen, welche Frau kennt die berühmte Kaiserin Österreichs nicht? Oder die gleichnamigen Filme mit Romy Schneider? „Das war der erste Spielfilm, den ich als Kind im Fernsehen schauen durfte“, sagt eine junge Frau zu ihrer Freundin, als sie am Donnerstagabend ­ihre Sitzplätze in der Stadtallendorfer Stadthalle suchen. „Als kleines Mädchen wollte ich immer so sein wie sie“, antwortet die Freundin und beide brechen in herzliches Lachen aus.

Solche Kindheitserinnerungen hat an diesem Abend wohl fast jede Zuschauerin im gut gefüllten Saal. Und die wenigen Männer haben ihren Begleiterinnen entweder eine Freude machen wollen oder sind ebenfalls begeisterte Anhänger der prunkvollen Kaiserepoche.

Und niemand prägte diese Zeit mehr als Sissi, die junge Kaiserin Elisabeth. Ihr Leben wird oftmals als Märchen, Romanze und gleichzeitig auch als Tragödie beschrieben. Dem wird das Musical über Liebe, Macht und Leidenschaft von Komponist George Amade gerecht.

Ein Leben im goldenen Käfig

Die junge ungestüme auf dem Land am Starnberger See aufgewachsene Prinzessin Elisabeth trifft in Ischl auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph. Eigentlich soll dieser sich an diesem Abend mit Sissis Schwester Nené verloben. Zum Erstaunen aller wählt Franz aber Sissi aus.

Es folgt eine pompöse Hochzeit in Wien und der Umzug von Schloss Possenhofen in Bayern an den kaiserlichen Hof nach Österreich. Von Prunk, Pracht und Protz umgeben fühlt sich die neue Kaiserin allerdings eher wie in einem goldenen Käfig, vor allem ihre Schwiegermutter, Erzherzogin Sophie, macht ihr das Leben schwer.

Nach einer Flucht vom Hof zurück in die Heimat schafft es die beim Volk äußerst beliebte Kaiserin, mit Diplomatie und Menschlichkeit den Konflikt Österreichs mit den rebellischen Ungarn zu lösen und wird am Ende zur ungarischen Königin gekrönt.

Das Musical schafft es – in enger Anlehnung an die weltberühmten Filme mit Romy Schneider, aber dennoch nicht ganz so kitschig – die kaiserliche Epoche mit all ihrem Glanz auf die Bühne zu bringen. Die Darsteller, angefangen bei Laura Voith als Sissi über Alexander Donesch als Franz und Adelheid Brandstetter als Erzherzogin Sophie bis hin zu Kurt Hexmann als Major Krespl, brillieren sowohl schauspielerisch als auch gesanglich.

Architektenteam baut Requisiten nach

Die Musik reichte dabei von schwungvollen Operetten und den typischen Wiener Walzern über Reminiszenzen an Johann Strauss und Johannes Brahms hin zu modernen Melodien und bayerischen sowie ungarischen Volkstänzen. Mehr als 140 Kostüme wurden nach Angaben des Veranstalters ASA Event nach originalen Schnittmustern für die Produktion unter der Regie von Claus J. Frankl in Wien hergestellt.

Die Requisiten aus der Sissi-Epoche wurden demnach eigens von einem Architektenteam nach alten Originalen aus dem Wiener Hofmöbeldepot nachgebaut, das Bühnenbild mithilfe hunderter Fotos der Originalschauplätze angefertigt – und zwar so geschickt, dass es immer wieder einfach von den Darstellern in Sekunden einmal um 180 Grad gedreht wurde – und schon war man einmal von Wien nach Possenhofen gereist.

Als Hofdiener verkleidete Komparsen sorgten zudem während der Szenen dafür, dass Tische, Stühle und Bänke immer am richtigen Ort standen. Für die Zuschauer eine unterhaltsame Art des Bühnenumbaus. Für den letzten Schliff sorgten Bild-Projektionen, die die imposanten Originalschauplätze in Possen­hofen, Wien und Ischl auf die Bühne zauberten.

„Das war toll, richtig märchenhaft“, lautete das Urteil ­einer Stadtallendorferin nach der Aufführung: „Wie gerne würde ich nur für einen Tag einmal in diese Zeit zurückreisen.“

von Katharina Kaufmann-Hirsch

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