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Einer, mit dem man Visionen teilen kann

Marburger Kamerapreis Einer, mit dem man Visionen teilen kann

„Der Kamerapreis ist mein ,Himmel über Marburg‘. Vielen, vielen Dank, Ihr ,amerikanischer Freund‘“ - mit zwei Anspielungen auf Filme seines Weggefährten Wim Wenders bedankte sich Kameramann Edward Lachman für den Marburger Kamerapreis.

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Oben: Oberbürgermeister Egon Vaupel mit dem Marburger Kamerapreisträger Edward Lachman. Kleines Foto links: Laudator Daniel Kothenschulte.Fotos: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. In Lachman wurde am Samstagabend in der Aula der Alten Universität zum 15. Mal ein Kameramann für seine herausragende Bildgestaltung mit dem von der Stadt und der Universität gemeinsam verliehenen Preis ausgezeichnet.

Die Jury attestierte Lachman, ein Grenzgänger zwischen dem europäischen Autorenfilm und dem amerikanischen Hollywood-Kino zu sein, der auch die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion verwische. Die Präsidentin der Philipps-Universität, Prof. Dr. Katharina Krause, betonte bei der Begrüßung der zahlreich in der Alten Aula erschienen Gäste, dass die Marburger Kameragespräche und die Verleihung des Kamerapreises ein wichtiger Beitrag zur Reflexion über die von Bildern geprägte Wahrnehmung der Welt seien.

Und Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach nannte den Austausch zwischen Kameraleuten, Filmliebhabern, Fachleuten und Studenten ein exemplarisches Beispiel für kulturelle Bildung. Die Laudatio auf den Preisträger hielt der renommierte Filmkritiker Daniel Kothenschulte. „Edward Lachmans Filmographie ist ein Wegweiser zu den visionärsten Regisseuren“, sagte er - von Wim Wenders und Werner Herzog über Susan Seidelman und Steven Soderbergh bis Todd Haynes und Ulrich Seidl. „Er ist ein Kameramann, mit dem Regisseure ihre Visionen teilen können.“

Lachman habe die Grenze zwischen Spiel- und Dokumentarfilm überschritten und beweise, dass Bilder ihren hohen Anspruch überall behalten können, auch im Fernsehen oder im Video. Er könne sich in jeden Stil einfühlen und setze die Farbe auf herausragende Weise ein: „Er erzeugt mit ihnen eine Tiefe wie in der Malerei.“

Edward Lachman bedankte sich nach der Übergabe der Urkunde durch Oberbürgermeister Egon Vaupel für die Anerkennung seiner Arbeit und dafür, dass er sich nun einreihen könne hinter Preisträger wie Raoul Coutard, Robbie Müller, Jost Vacano, Renato Berta oder Wolfgang Thaler. „Film hat die Macht, hinter die Bilder zu sehen“, erklärte er, „keine Kunstform kann die Welt ändern, aber durch Filme können wir hoffentlich mehr über uns erfahren.“ Lachman erinnerte daran, dass eine Arbeit sehr von der Zusammenarbeit mit den Regisseuren des Neuen Deutschen Films geprägt sei.

Zwei von ihnen kamen auch per Videobotschaft zu Wort: Volker Schlöndorff und Wim Wenders. Und Wenders beendete seine Botschaft mit einem Satz, in dem alle Anerkennung und persönliche Wertschätzung für Lachman lag: „I love you, Eddie!“

von Heike Döhn

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