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Eine afrikanische Tanzstunde

"Afro Kunda" Eine afrikanische Tanzstunde

Am Freitag tanzten in der Waggonhalle rund hundert Zuschauer munter zu den Klängen der sechsköpfigen Band „Afro Kunda“. Dabei fiel es kaum auf, dass gar nicht die eigentliche Besetzung der Band spielte.

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Musik zum Tanzen, Lieder über die Liebe: „Afro Kunda“ spielte in der Waggonhalle.

Quelle: Tabea Reinelt

Marburg. Der Saxofonist Ebenezer Pratt und auch der Percussionist Ismael Seck fielen wegen Krankheit aus und mussten eilends ersetzt werden. Doch kein Problem für Musiker mit jahrelanger Bühnenerfahrung. Kurzerhand sprangen der Gitarrist Frank Warnke und der Percussionist Alassani Ba ein und beide begleiteten „Afro Kunda“ so stimmig, als wären sie Teil der Stammbesetzung.

Das Publikum kam auch so auf seine Kosten. Der charismatische Sänger Fallou Sy eröffnete das Konzert mit der humorvollen Feststellung: „Man sieht, wir sind nicht im gleichen Dorf aufgewachsen.“ Und man hat es auch gehört.

Doch bekanntlich verbindet Musik über alle Landes- und Sprachgrenzen hinweg. So vermischt „Afro Kunda“ in ihrem selbstproduzierten Erstlingsalbum „Adouna“ die senegalesische Tradition mit europäischen Einflüssen. Passend dazu singt Sy ausdrucksstark in seiner Muttersprache Wolof. Seine Texte handeln von Vertrauen und Liebe, „der guten Art von Liebe“, erklärt Sy.

Dazu liefert der Musikproduzent und erfahrene Bassist Peter Hermann ein solide-grooviges Fundament. Und auch der Komponist und Gitarrist Burkhardt Mayer beeindruckt mit seinen Soli.

Fallou Sy weiß das Publikum geschickt einzufangen. Tanzen sei nicht verboten, sagte er nach dem ersten Lied „Bebeyo“ und lockte so einige Bewegungslustige von ihren Sitzplätzen. Zu diesen gesellten sich nach und nach immer mehr begeisterte Tänzer, bis fast alle auf den Beinen waren. Manche ließen ihre Schuhe an ihrem Platz stehen, so konnten sie in der Sommerhitze befreiter tanzen.

Der energetische Sy ließ die Zuschauer auf Wolof singen und traditionell afrikanische Tanzbewegungen nachtanzen. Die kulturelle Lehrstunde gefiel ihnen ganz offensichtlich. Zwischendurch gab es auch ruhigere akustische Lieder zum Entspannen und Staunen. Bei dem Lied „Khalat“ trumpfte Sy mit der dreilöchrigen ­Fulani-Flöte auf, einer Art hölzerner Querflöte. Dieser entlockte er sanfte Töne die er halb gesungen, halb geblasen, zu einem exotischen Klangteppich entwickelte.

Seine zusätzliche Profession, das Djembe-Spielen, führte er mit dem „Trommelsong“ vor. Ganze zwei Stunden füllt „Afro Kunda“ mit ihren Liedern, von denen nur einige auf dem Album „Adouna“ sind.

Innerhalb eines Jahres hat die durchweg kompetente Band einiges auf die Beine gestellt. Seit der Kirchberger Peter Herrmann und der in Gießen lebende Fallou Sy 2013 die Band gründeten, haben sie so viele Lieder geschrieben, dass sie beinahe ein zweites Album damit füllen können. Das erste hat Herrmann bereits in seinem eigenen Tonstudio aufgenommen.

„Afro Kunda“ befindet sich gerade auf Deutschlandtournee und tritt auf mehreren Afrika-Festivals auf. Außerdem geben sie mehrere Konzerte während des Kultursommers Mittelhessen.

von Tabea Reinelt

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