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Eine Vorliebe für Apokalypsen

Das Wells beim ;arburger Krimifestival Eine Vorliebe für Apokalypsen

In der Bibliothek der Adolf-Reichwein-Schule herrschte gestern Vormittag apokalyptische Endzeitstimmung. Zu Gast war der US-amerikanische Schriftsteller Dan Wells.

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Der US-amerikanische Schriftsteller signierte in der Adolf-Reichweinschule seinen Roman „Aufbruch“.Foto: Katharina Stürzl

Marburg. Schon mit dem ersten Satz des Fantasy-Romans hatte der amerikanische Autor Dan Wells seine jungen Zuhörer in den Bann gezogen. Elf Jahre nachdem die Welt untergegangen und der Großteil der Menschheit ausgestorben ist, kämpfen die wenigen Überlebenden in Manhattan gegen einen Virus. Dieser bewirkt, dass Neugeborene eine Lebenserwartung von nur 56 Stunden haben.

Der Virus ist in dem Sci-Fi-Thriller „Aufbruch“ nicht die einzige Sorge der Überleben den: Die Partials, einst von den Menschen künstlich erschaffene Krieger, lauern in den Straßen Manhattans. Angeführt von der 16-jährigen Kira bekämpfen die Menschen sowohl das Virus als auch die Partials. Doch möglicherweise sind die Partials der Schlüssel zur Lösung aller Probleme.

Passen würde diese Strategie der Konfliktlösung jedenfalls zu dem Stil des Amerikaners. „Ich liebe apokalyptische Geschichten in denen die Menschen versuchen, die Lebenssituation zu retten.“ Er schätze Widersprüche, sagte er den gut 40 Schülern in der Schul-Bibliothek: Seine Protagonisten müssten auch Dinge tun, die sie eigentlich verurteilen.

Auf die Fragen der Schüler, die diese sich zuvor in englischer Sprache überlegt hatten, und beispielsweise darauf ausgerichtet waren, was eben das besondere an Wells‘ Stories seien, antwortete er mit Humor und Ernst zugleich. Er erklärte den Schülern, die großteils im Alter der Protagonistin Kira waren, dass es seine individuelle Passion als Autor sei, Geschichten, die er interessant finde, seinen neuen und eigenen Stempel aufzusetzen.

Kontrollbedürfnis nachTerrorattentat von 9/11

In der „Partials“-Reihe ist es eine apokalyptische Geschichte vor dem Hintergrund, dass die Menschheit zwar fast ausgestorben ist, die Stadt und Natur ringsherum jedoch noch bestehen. Er erklärte, dass es in „Aufbruch“ auch um Kontrolle gehe. Diese Komponente spiele eine wichtige Rolle, weil er verdeutlichen wolle, wie sehr die Amerikaner „Kontrolle und Sicherheit nach all den Terrorattacken, beispielsweise „9/11“, fokussieren und in den Mittelpunkt aller Lebewesen rücken möchten.“

Seine Motive sind als aktuell, ergreifend und lebensnah zu beschreiben. Das sehen auch einige der Schüler, die gestern Morgen seiner Geschichte, teils von Wells selbst in englischer und teils von Arno Kraußmann in deutscher Sprache gelesen, zuhörten. Holger Gershold (20), Matthias Roettig (24) und Maximilian Schöne (18) entpuppten sich als wahre Fans. Alle drei erklärte, sie hätten bisher nur Auszüge gelesen, fühlten sich aber animiert, weiter zu lesen. Roettig empfindet auch die Wahl der weiblichen Protagonistin als „sehr abwechslungsreich im Vergleich zu vielen anderen Büchern. Hier ist eine weibliche Figur die Heldin, es gibt keinen Handlanger.“ Das war auch Wells‘ Ziel.

Der Amerikaner wollte „keinen Harry Potter, vielmehr eine Hermine Granger, die den Ruhm aber auch selbst ernten darf für ihre Leistungen.“

Eingeladen wurde der in den USA populäre Autor von Isolde Maiwald, der Bibliothekarin der Schule, und Alexandra Klusmann von der PR-Agentur „Mediakontakt Laumer“, die das Krimifestival organisiert. Es endet am 30. Septemver

Die Schüler waren fasziniert von dem Autor und seiner Geschichte. Sie stellten zahlreiche Fragen. Für die Bibliothekarin Maiwald war es „eine rundum gelungene und lebhafte Veranstaltung“. Neben der Lesung in der Schule, stellt Wells seinen düstere Zukunfstvision auch am Abend im Szenario vor.

Am Mittwoch, 11. September, lesen Christian Schünemann und Jelena Volic‘ ab 20 Uhr im Szenario aus „Kornblumenblau“.

Am Donnerstag, 12. September, stellt Klaus-Peter Wolf sein Werk „Ostfriesenmoor“ um 20 Uhr im TTZ vor.

Am Freitag, 13. September, liest Lucie Flebbe aus „Das fünfte Foto“ um 20 Uhr im Szenario.

von Katharina Stürzl

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