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Eine Reise in den Frühbarock

Ensemble Saltarello Eine Reise in den Frühbarock

Mit „Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“ von Heinrich Schütz entführte das Ensemble Saltarello seine Zuhörer in der Universitätskirche in den Frühbarock.

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Das Ensemble Saltarello musizierte in der Universitätskirche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Das Ensemble Saltarello widmet sich der sogenannten Alten Musik, also Werken die in der Zeit um 1750 entstanden sind. Am Samstag standen vor rund 50 Zuhörern in der Universitätskirche geistliche Werke Heinrich Schütz‘ im Mittelpunkt. Schütz studierte ab 1607 kurze Zeit in Marburg. Er gilt als bedeutendster deutscher Komponist jener Zeit und verband italienische Musikelemente mit deutschen Bibeltexten.

Saltarello gelang es, jene Epoche überaus authentisch zum Leben zu erwecken: Die zwölf Instrumentalisten vermittelten mit historischen Instrumenten wie etwa dem röhrenförmigen Zink oder der Laute die charakteristische Stimmung dieser Musik, auch die neun Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Tobias Irmscher beeindruckten das Publikum.

„Applausverbot“ nach drittem Stück verworfen

Gleich mit dem ersten Stück, dem aus Psalmen Davids bestehenden „Ach Herr, straf mich nicht mit deinem Zorn“, bewies das Ensemble, dass es das Kirchengebäude mit einem vollen, homogenen Klang füllen kann.

Das kirchliche „Applausverbot“ wurde aber erst nach dem dritten Stück verworfen: „Quid commisti, o dulcissime puer“, das einzige lateinischsprachige Werk des Abends, gefiel durch komplexe und sauber intonierte Mehrstimmigkeit.

Nach einem Stück nur für Blechbläser, der Sonata „La Schilina“, folgte das zentrale Werk des Abends: „Die sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“, in dem Schütz auch das Passionslied „Da Jesus an dem Kreuze stund“ aus dem 15. Jahrhundert verwendete.

Da die einzelnen Passagen im Wechsel gesungen wurden, hatten die Zuhörer nun die Gelegenheit, fast alle Sänger der verschiedenen Stimmgruppen solistisch kennenzulernen. Lautenistin Sigrun Richter beeindruckte anschließend mit dem Solo „Villanella – Italiana – Mascherada“ aus anonymer Feder, das sie lebendig und mit viel Feingefühl interpretierte.

Saltarello verabschiedete sich mit „Herzlich lieb hab ich dich, o Herr“, das Schütz zu einem Text des Theologen Martin Schalling komponierte. Hier kamen noch einmal die volltönenden Harmonien zum Vorschein, die für die besonders eindrucksvollen Momente des Konzerts sorgten, und die nach dem letzten Nachklingen in einen lang anhaltenden Applaus übergingen.

von Marie Rentergent

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