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Eine Mozart-Sternstunde

Eckelshausener Musiktage Eine Mozart-Sternstunde

Bei der Eröffnung der Eckelshausener Musiktage hatte das „ConcertinoEnsemble“ unter der Leitung eines Dirigenten gespielt. Am zweiten Abend kam es ohne ihn aus.

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Das „Concertino Ensemble“ musizierte an zwei Abenden im
Buchenauer Atrium Roth. Foto: Florian Gaertner

Quelle: Florian Gaertner

Buchenau. Ohne Dirigenten zu musizieren, ist für das „Concertino Ensemble“ nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Bei seinen durchweg jungen Mitgliedern, von denen viele Preisträger großer internationaler Wettbewerbe sind, fördert dies das Gefühl der Gemeinsamkeit und die eigene musikalische Verantwortung. Geleitet wird das Ensemble von seinem Gründer, dem international renommierten Violin-Professor Petru Munteanu. Er spielt allerdings nicht mit, sondern hört sich den Auftritt seiner Schützlinge im Publikum an - am Sonntagabend gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Eckelshausener Musiktage Julius Berger.

Was das 13-köpfige Streichorchester, ergänzt um vier Gastbläser, den 300 Zuhörern im Buchenauer Atrium Roth bot, war eine Sternstunde - eine Mozart-Sternstunde, um genau zu sein. Dass es dazu kam, lag aber nicht nur am „Concertino Ensemble“, sondern auch an den beiden Solistinnen. So war es schlichtweg beglückend, zu sehen und vor allem zu hören, wie die beiden arrivierten Künstlerinnen mit dem Nachwuchs harmonierten.

Zuallererst ist die aus Japan stammende und in Brüssel lehrende Geigerin Yuzuko Horigome zu nennen. Sie spielte nicht nur die Violinkonzerte Nr. 2 D-Dur KV 211 und Nr. 5 A-Dur KV 219, sondern auch den Violinpart in der Sinfonia concertante Es-Dur KV 364 - und dies mit nie nachlassender Intensität und einem betörend klaren, völlig ungekünstelten und an Feinabstufungen reichen Ton.

Die Sinfonia concertante ist im Konzertsaal relativ selten zu hören, ungeachtet ihres Ranges als eines der bedeutendsten Mozart-Werke überhaupt. Denn neben einer exzellenten Geigerin muss dafür noch eine gleichrangige Bratschistin verpflichtet werden. Berger ist dies für die Eckelshausener Musiktage gelungen: Elisabeth Kufferath, die ihre Karriere als Konzertmeisterin bei den Bamberger Symphonikern begann, spielte ihren Part mit einem wundervoll sonoren und warmen Ton, meisterte auch die virtuosen Herausforderungen mühelos.

Horigome und Kufferath sind noch ein zweites Mal bei den Eckelshausener Musiktagen zu hören - wieder mit Mozart: Heute Abend ab 20 Uhr spielen sie im Schloss Wittgenstein, Bad Laasphe, gemeinsam mit der Flötistin Maria Fedotova und dem Cellisten Julius Berger drei Flötenquartette des gebürtigen Salzburgers, aus dessen Briefen der Schauspieler Michael Dangl liest.

von Michael Arndt

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