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Eine Lesung mit viel Musik

Sven Görtz beim Krimifestival Eine Lesung mit viel Musik

Am Samstag endet der OP-Fortsetzungsroman "Die Prophezeiung von Bad Löwenau" von Sven Görtz. Am Mittwoch stellte er ihn beim Krimifestival Marburg vor - als musikalische Lesung.

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Der Autor als Sänger: Sven Görtz stellte seinen Krimi „Die Prophezeiung von Bad Löwenau“ vor.Foto: Benjamin Kaiser

Marburg. Wenn das ungleiche und kongeniale Duo Kommissar Christoph Rubin und Journalist Carl Bernstein ermitteln, dann muss ein Verbrechen im beschaulichen Bad Löwenau verübt worden sein. Sven Görtz, einer der erfolgreichsten Hörbuchsprecher Deutschlands, entführte sein Publikum in der Waggonhalle nach Bad Löwenau.

Es sind nicht nur die Nachnamen der beiden Protagonisten, die glänzende Unterhaltung versprechen. In „Die Prophezeiung von Bad Löwenau“ wird das verschlafene Dorf von einer Mordserie heimgesucht, die sich durch mysteriöse - fast schon biblische - Vorzeichen ankündigt. Aberglaube, der wahr wird, oder nur Hokuspokus? Rubin und Bernstein nehmen die Ermittlungen auf.

Görtz zuzusehen und zuzuhören, wie er in Dialogen zwischen Gestik, Mimik und Stimme der verschiedenen Figuren hin und her springt, ist ein Erlebnis. So mimt er in einem Moment den extravaganten Bernstein mit englischem Akzent, um im nächsten Augenblick den impulsiven Restaurantbesitzer Riccardo zu spielen.

Wo Bad Löwenau liegt? Laut Görtz ist es „überall und nirgends“. Die Stadt hat Görtz als einen fiktiven Repräsentanten für kleine Dörfer entworfen. Wer erwartete, dass Görtz sich lediglich auf einem Stuhl niederlässt und mit seiner, wie er selbst sagt, „melodiösen“ Stimme dem Zuhörer vorliest, der wurde überrascht: Immer wieder griff der Wahl-Gießener zur Gitarre und spielte selbstkomponierte Lieder mit ­selbstgeschriebenen Texten.

„Seit meinem 13. Lebensjahr spiele ich Gitarre und singe“, gibt Görtz preis. Umso beeindruckender ist, dass die Qualität von Görtz‘ musikalischen Einlagen autodidaktisch erworben wurde. Dabei verwebt Görtz seine musikalischen Darbietungen. Den namenlosen Fremden, der im Roman mit Gitarre durch das Dorf streift, mimte der Autor auf der Bühne - holte ihn sozusagen auf die Bühne.

Auf die Bühne geholt wurden auch die Hobbylyriker Bad Löwenaus: Vereinzelt streute der Romancier Passagen ein, bei denen er Gedichte von fiktiven Charakteren vorträgt. Diese seien ihm vom Bad Löwenauer Buchhändler Weimar zugesandt worden, der eine „Gedichtanthologie“ plane. Die Zuschauer durften wählen, welche lyrischen Leckerbissen es in die Sammlung schaffen. Das Marburger Publikum gab sich kritisch. „So schlecht wie hier sind die Gedichte noch nie angekommen!“, lachte Görtz.

„Die Prophezeiung von Bad Löwenau“ ist der dritte Roman einer Reihe. Ob es einen vierten geben wird? „Dazu kann ich momentan noch nichts sagen. Aber eins ist sicher: Er würde in Bad Löwenau spielen und es würde wieder ein Mord geschehen“, orakelte Görtz. „Allerdings stehe ich nach dem letzten Tatort hinsichtlich der Anzahl an Morden natürlich unter Druck!“

von Benjamin Kaiser

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