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Ein wilder Tanz im Hexenkessel

„Los de Abajo“ im KFZ Ein wilder Tanz im Hexenkessel

Sauna ist für Weicheier – wer wirklich schwitzen wollte, der ging am Donnerstagabend zu „Los de Abajo“ ins KFZ. Megaheiße Musik im megaheißen Veranstaltungssaal.

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Die mexikanische Band „Los de Abajo“ ließ es im Marburger KFZ so richtig krachen.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. Draußen waren es immerhin noch fast 30 Grad, als das Konzert mit der mexikanischen Band startete, und das KFZ verwandelte sich in Kürze in einen Hexenkessel mit gefühlten 95 Prozent Luftfeuchtigkeit und etwa 40 Grad.

Weder die Band noch das Publikum ließen sich davon anfechten, im Gegenteil, die Mexikaner – aus ihrer Heimat Mexiko-Stadt temperaturmäßig sicher einiges gewöhnt – gaben von der ersten Sekunde an Vollgas, und die Marburger folgten ihnen und tanzten von der ersten bis zur letzten Minute des zweistündigen Konzert ausgelassen.

Bei dieser Musik einfach so dazustehen ist aber auch eigentlich nicht möglich. Los de Abajo mixen den traditionellen Mariachi-Sound mit rasend schnellem Ska, waberndem Reggae, krachigem Punk und fetzigen Salsa-Klängen. Die acht Musiker sorgten für einen satten Klangteppich mit vielen Rhythmuselementen, krachenden Gitarren und markanten Bläsern, auf den die charmante Sängerin ihren kindlich-rotzigen Gesang legen konnte.

Atempausen gab es nur wenige, höchstens bei einer Hommage an die Frauen, für die die reizende Tania Melo traditionellen Kopfputz anlegte und ein wenig Innerlichkeit verbreitete. Ansonsten animierte die Band ihr Publikum unaufhörlich zum Tanzen und Springen und schonte sich dabei auch selbst nicht.

Das eine oder andere Bandmitglied ließ sich zwar dazu hinreißen, ein paar Kleidungsstücke abzulegen, aber die überbordende Spielfreude blieb bis zur letzten Zugabe erhalten. Los de Abajo versteht sich als politische Band, und die Musiker verkünden politische Botschaften auch in ihren Texten – was für nicht des Spanischen Mächtige nicht nachprüfbar war. Benannt haben sich die Mexikaner nach einem Klassiker der revolutionären Literatur.

Die auf englisch vorgetragenen Aufforderungen, doch trotz allem Schlechten auf der Welt das Leben zu genießen, waren zwar weniger tiefgründig, brachten aber die Stimmung im KFZ auf den Punkt, die noch ein wenig stieg, als sich Los de Abajo von der Bühne bewegten und eine Zeitlang mitten im Publikum musizierten und tanzten. Trotz eines Flüssigkeitsverlusts, der einer Etappe bei der Tour de France entsprechen dürfte: Das war das perfekte Konzert für einen heißen Sommertag.

von Heike Döhn

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