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Ein unbekannter Ubbelohde

Großes Gemälde aufgetaucht Ein unbekannter Ubbelohde

Wer glaubt, das Werk des bedeutenden Märchenillustrators Otto Ubbelohde sei erschöpfend behandelt, der irrt. Die Ubbelohde-Stiftung präsentiert ein bisher nicht bekanntes Gemälde des Malers.

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Im Otto-Ubbelohde-Haus in Goßfelden ist das plötzlich aufgetauchte Gemälde „Der Weißenstein“ zu sehen. Das Selbstbildnis Otrto Ubbelohdes stammt aus dem Jahr 1917 .Fotos: Archiv

Goßfelden. Seit Sonntag ist im Ubbelohde-Haus in Goßfelden eine neue Ausstellung zu sehen: Die Ausstellungsmacher haben sie um das große Gemälde „Der Weißenstein“ aus dem Jahr 1920 gruppiert, das bislang unbekannt war, wie der Stiftungsvorstand und Ubbelohde-Kenner Ludwig Rinn betont. Das Gemälde aus der Spätwerk des Malers zeigt ein Motiv, das Ubbelohde (1867 - 1922) immer wieder inspiriert hat: die Berghöhe Weißenstein, die sich hinter Wehrda als Teil des Marburger Rückens erhebt.

Das Spätwerk wurde Rinn Mitte März angeboten. Es war im Privatbesitz eines Niederländers, der es wegen des Motivs und der Beziehung zum Familiennamen Van den Berg gekauft hatte. Das 1,27 mal 1,52 Meter große Gemälde „ist sehr farbig und stellt das Bergmotiv monumental vor das Auge des Betrachters“, so Rinn.

Das Bild steht im Zentrum der neuen Ausstellung. Ergänzt wurde die Ausstellung unter anderem mit Ubbelohdes „Große Flusslandschaft mit Bergkegel“, das um 1891/92 entstanden ist und ebenfalls den Weißenstein zeigt. Dieses 1 mal 1,40 Meter große Gemälde wurde in den 1980er Jahren von Else Ubbelohde-Doering aus Goßfeldener Privatbesitz für den Ubbelohde-Nachlass zurückerworben und hängt im Atelier des Künstlers. Leihgaben aus dem Marburger Museum für Kunst und Kulturgeschichte und von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf sowie vorbereitende Zeichnungen, darunter zum Schwertertanz der Wehrdaer Bauern im Burghof, und eine späte Radierung des Weißensteins, runden die Ausstellung ab. In allen gezeigten Gemälden bildet der Bergkegel eine vertikale Mittelachse. Die Ausstellung erlaube es, einen Einblick in die künstlerische Entwicklung Ubbelohdes zu nehmen.

Es sei unbegreiflich, dass so ein großes Gemälde bislang unentdeckt blieb, so Rinn, der sich beim Ankauf auf seine Kenntnis des Ubbelohde-Werkes verlassen hat. Ubbelohde-Gemälde seien auf dem Kunstmarkt nicht so stark nachgefragt, daher seien auch Fälschungen nicht zu erwarten.

Otto Ubbelohde ist neben Carl Bantzer (1857 - 1941) der bekannteste Marburger Maler. Ubbelohdes malerisches Werk umfasst nach Auskunft Rinns rund 800 Gemälde und Skizzen. Hinzu kommen tausendes Zeichnungen und grafische Arbeiten. Berühmt wurde er durch seine Illustrationen der Märchen der Brüder Grimm.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Januar im Otto-Ubbelohde-Haus, Otto-Ubbelohde-Weg 30 in Goßfelden, zu sehen; geöffnet samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr; Führungen sind nach Vereinbarung möglich: Telefon 06423 / 964420.

von Uwe Badouin

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