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Ein tragischer Moment verändert alles

Kinostart: „Every Thing Will Be Fine“ Ein tragischer Moment verändert alles

Dreimal war Wim Wenders für einen Oscar nominiert. Nach zwei vielgelobten Dokumentarfilmen stellt der Regisseur jetzt erstmals wieder einen Spielfilm vor.

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Tomas (James Franco) zieht sich in eine einsame Hütte in Kanada zurück.

Quelle: Neue Road Movies

Marburg. Nur den Bruchteil einer Sekunde ist Tomas unachtsam am Steuer, da geschieht das Unglück. Den Schriftsteller trifft keine Schuld. Und doch wird dieser Augenblick sein Leben grundlegend verändern – und das von drei Frauen um ihn herum.

Dieses düstere Szenario ist Ausgangspunkt für den neuen Film von Wim Wenders. In „Every Thing Will Be Fine“ macht der vielfach preisgekrönte Regisseur daraus eine wunderbar poetische Geschichte über Schuld und Leid und die Kraft, die daraus irgendwann doch erwachsen kann. Großes Kino mit tollen Schauspielern, fast unwirklich schönen Bildern und hochemotionaler Musik, manchmal vielleicht ein bisschen nah am Kitsch.

Schuldgefühle plagen Schriftsteller

Nach dem Tanzfilm „Pina“ und dem Fotografenporträt „Das Salz der Erde“ kehrt Wenders erstmals seit sieben Jahren wieder zum Spielfilm zurück. Überraschenderweise bleibt er aber trotz der kleinen, intimen Geschichte bei der 3-D-Technik, die ihn seit „Pina“ so fasziniert. Wenders begleitet seine Figuren nach dem traumatischen Unfall zwölf Jahre lang, jeweils alle zwei bis vier Jahre gibt es eine Wiederbegegnung.

So lernt der Zuschauer gleich zu Beginn den Schriftsteller Tomas (James Franco) kennen, der in einer einsamen Hütte am See gegen seine Schreibblockade kämpft. Mit dem Unfall bricht sein Leben in Stücke. Er wird die angeschlagene Beziehung zu seiner Freundin Sara (Rachel McAdams) beenden und fühlt sich immer wieder voller Schuldgefühle an den Ort des Geschehens hingezogen. Erst das Treffen mit Kate (Charlotte Gainsbourg), der Mutter des verunglückten Kindes, gibt ihm langsam wieder Boden unter den Füßen.

Doch auch die neue Beziehung zu der alleinerziehenden Mutter Ann (Marie-Josée Croze) und sein späterer Erfolg als Bestsellerautor bleiben von den Ereignissen überschattet. Letztlich ist es dann der Kontakt zu zwei Kids, der Tomas zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hilft.

  • „Every Thing Will Be Fine“ ist ab diesem Donnerstag im Capitol zu sehen.

von Nada Weigelt

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