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Ein optimistischer Sonnenschein

Acoustic Lounge Ein optimistischer Sonnenschein

Mit der Acoustic Lounge hat Stefan Kissel 57 Konzerte in den letzten siebeneinhalb Jahren organisiert. Mit David Blair verabschiedete sich die Konzertreihe in eine lange Pause. Ob es danach weitergeht ist aber noch nicht sicher.

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Stefan Kissel mit seinem vorerst letzten Gast David Blair.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Musik im kleinen Rahmen, aber dennoch hochwertig - das war Stefan Kissel immer wichtig. Vor der Acoustic Lounge hatte er das Acoustic Meeting in der Waggonhalle und die Acoustic Duo Night in der Cavete organisiert und hat somit 18 Jahre ohne Pause durchgearbeitet. Alles in seiner Freizeit. Jetzt sei aber „defitiniv mal Zeit für eine Pause“, sagt Kissel selbst. Er habe schon länger damit geliebäugelt und die Anzahl der Konzerte erst einmal auf die Hälfte reduziert. Künstler zu finden, sei nie ein Problem gewesen. Er werde regelrecht mit Bewerbungen bombadiert, erzählt er. Mit den Konzerten sei er inhaltlich und von der Atmosphäre immer sehr zufrieden gewesen, erzählt Kissel. Allerdings hadere er mit der Wirtschaftlichkeit seiner Konzertreihe. Highlights der letzten Jahre auszumachen, fällt ihm sichtlich schwer. „Das waren so viele, die waren alle gut“, so Stefan Kissel.

Natürlich freue er sich einige nationale Hochkaräter wie Sebastian Krumbiegel beim Jubiläumskonzert Anfang 2013 oder Gregor Meyle 2012 dabeigehabt zu haben. Sehr voll sei es bei Thomas Ian Nicholas gewesen, den man eher als Schauspieler aus Filmen wie „American Pie“ kennt. Wiederholer habe es wenige gegeben - „nur die Perlen“, lacht Kissel und erinnert sich and die Kanadierin Melanie Dekker die drei Mal zu Gast gewesen war.

Auch der Sänger der vorerst letzten Acoustic Lounge kam aus Kanada. Sympathisch und herzlich eroberte David Blair das weibliche Publikum im Sturm. Vor dem Konzert hatte er ein paar Bekannte zur Begrüßung umarmt und spontan angefangen weitere Zuhörer zu umarmen. Allein mit der Gitarre um den Hals stand er im TTZ und wirkte mit seinem ansteckenden Lachen wie ein Sonnenschein und das lag nicht nur an seinem sonnengelben T-Shirt. David Blair begeisterte mit seiner tollen, freundlichen Ausstrahlung und seinen Songs über seinen Alltag, eigene Erfahrungen, Beziehungsprobleme und der Suche nach Liebe. Sein Lied „The Perfect Set of Troubles“ kommentierte er gleich mit „Keine Sorge, ich glaube an die Liebe“. Auch wenn seine Songs oft von gescheiterten Beziehungen erzählten, spürte man seinen unbeirrbaren Glauben und seinen Optimismus den ganzen Abend über.

Seit Oktober lebt er in Berlin und versuche von dort aus das deutsche Publikum zu erreichen, erzählte er. Er kann zwar inzwischen Deutsch, scheint aber wie viele seiner Berliner Bekannten ungeduldig. „Heute abend spreche ich ein bisschen Denglisch“, kündigte er an. Die meisten Songs, wie seine deutsche Debütsingle „Alone Together“ oder das eingängige „This Is The Soundtrack“ stammten aus seinem aktuellen Album „Stronger Higher Faster“. Er spielte aber auch Lady Gagas „Poker Face“, mit der er es ins Halbfinale von „Canada’s Got Talent“, dem kanadischen Pendant zum Supertalent, geschafft hatte. Als zweite Zugabe gibt es Jason Mraz‘ „I’m yours“, das er zu seinem Song macht. So endete ein wunderschöner Abend, bei dem einige Frauen aus dem Publikum das Angebot der „free hugs“ sehr gerne annahmen.

Und Stefan Kissel? Er schien erleichtert nach dem Konzert und freut sich darauf den überquellenden Outlook-Ordner zu schließen. Langweilig wird es für ihn nicht. Er habe schon andere, verrückte Flausen im Kopf, die Zeit brauchen, berichtet er. Aber ob die Acoustic Lounge zurückkommt, könne er nicht sagen. „Vielleicht ist es das Ende, das weiß ich nicht.“

von Mareike Bader

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