Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Ein neuer Ort der Kunst für Marburg

Jan Luke eröffnete Atelier-Kooperative Ein neuer Ort der Kunst für Marburg

Keramik, Malerei, Fotografie, Skulptur Video und Digitalkunst – alles dabei. Vier Künstler haben sich in einer Kooperative im historischen Schwanhof zusammengetan und am Wochenende eine erste Werkschau präsentiert.

Voriger Artikel
Deutschland: nach wie vor ein Leseland
Nächster Artikel
Verloren im Strudel der Zeitenwende

Günther Kraußmann-Borgemeister (von links), Sigrun Bennemann, Jan Luke und Martin Blankenhagen haben sich in einer Atelier-Kooperative zusammengeschlossen.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Kunst hat die Aufgabe, einen gesellschaftlichen Dialog anzustoßen“, sagt Jan Luke. Der Austausch mit anderen – seien es selbst Künstler oder Kunstinteressierte – ist für ihn deshalb von besonderer Bedeutung. Und Werkschauen, über die sich der künstlerische Entwicklungsprozess mitverfolgen lässt, sollen künftig eine zentrale Rolle in seinem Atelier spielen.

Vor drei Monaten mietete Luke Räume im historischen Schwanhof und sucht dann per Zeitungsannonce andere Künstler für eine Kooperative. Mit Sigrun Bennemann, Martin Blankenhagen und Günther Kraußmann-Borgemeister passte es schließlich und am vergangenen Samstag hatten die vier Künstler gemeinsam zu einer Eröffnungsausstellung eingeladen.

„Es soll ein lebendiges Projekt sein“, erklärte Luke bei der Begrüßung der Gäste im Schwanhof. Ein Projekt, für das vielfältige Unterstützung gebraucht werde – und sei es in Form von Interesse. Regelmäßig sollen nun Werkschauen und Ausstellungen veranstaltet werden.

Im Fokus: die Erscheinungsformen unserer Realität

Darüber hinaus gibt es in der Atelier-Kooperative aber auch andere Angebote, zum Beispiel Freidrehen auf der Töpferscheibe, freies Aktzeichnen mit einem professionellen Modell, Workshops, in denen Papier hergestellt wird, jeden zweiten Samstag ein „Offenes Atelier“ und unter dem Motto „Was geht in der Kunstwelt?“ soll die Beschäftigung mit Weltkunst aktueller Künstler angeregt werden. „Es geht um die Entstehung eines ernsthaften Diskurses“, fasst Jan Luke zusammen.

Luke, 1980 in Frankfurt geboren, hat in Linz und Kassel studiert und lebt mit seiner Familie in Lohra, wo er 2007 eine eigene Keramik-Werkstatt einrichtete. Ihn interessieren „die Erscheinungsformen unserer Realität“, wie er selbst sagt.
Dabei habe er immer versucht, Materialgrenzen zu durchbrechen. Sein Portfolio beinhaltet sowohl Keramik und Fotografie wie auch Zeichnungen, Malerei, Installationen und Aktionen.

In der Ausstellung „Kunst in Marburg“ des Kunstvereins im vergangenen Jahr ließ er mit dem Projekt „Feuerstelle Mittelhessen 2014“ ein Korpus skulpturaler Arbeiten am und mit dem Feuer entstehen.
Sigrun Bennemann ist mit Malerei, Grafik und Digitalkunst vertreten. Für sie war die Idee einer Kooperative vor allem deshalb reizvoll, weil sie den künstlerischen Austausch schätzt, erklärt sie. Kunst habe auch immer mit Kommunikation zu tun, so die Beteiligten.

Jazzer Christian Gerhard spielt auf dem Piano

Martin Blankenhagen arbeitet in den Bereichen Video, Skulptur und Performance, und der vierte im „Bunde“ ist Günther Kraußmann-Borgemeister, der Skulpturen in Holz und Stein fertigt. Bei der Eröffnungsausstellung hatten die Besucher die Gelegenheit, die Arbeit der Künstler und auch ihren Arbeitsraum kennenzulernen.

Neben einer Werkschau gab es auch eine Performance auf dem Gelände des historischen Schwanhofs, eine amerikanische Versteigerung (eine Sonderform der Auktion, bei der jeder Bietende die Differenz zum vorherigen Gebot zahlt), und der Jazz-Pianist Christian Gerhard sorgte für Musik.

Eine gemeinsame Homepage der Künstler gibt es noch nicht, aber wer Interesse hat, kann sich über die Seite von Jan Luke hier informieren. Außerdem gibt es eine Verteilerliste, über die man sich zu Veranstaltungen und Aktionen benachrichtigen lassen kann.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr