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„Ein mittelalterliches Märchen“

Inspiration Marburg „Ein mittelalterliches Märchen“

Groß war am Freitag der Andrang im Haus der Romantik am Freitag zur Eröffnung der neuen Ausstellung mit dem Titel „Inspiration Marburg“.

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Sie sind stolz auf ihre Ausstellung im Haus der Romantik: Die Studentinnen des Instituts für Europäische Ethnologie mit der Leiterin der Arbeitsgruppe, Professorin Dr. Marita Metz-Becker (rechts).

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Dicht gedrängt saßen die Gäste im Foyer des Hauses der Romantik und die Treppe hinauf bis in den ersten Stock. Die Eröffnung der Ausstellung „Inspiration Marburg“ stieß auf großes Interesse.

Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach begrüßte die Besucher. „Dass Marburg inspirierend ist, erfahren wir alle tagtäglich“, sagte sie. Gleichzeitig dankte sie den 13 Studentinnen des Fachbereichs Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Marburg, die die Ausstellung erstellt haben.

Professorin Dr. Marita Metz-Becker, die Leiterin der Arbeitsgruppe, betonte, dass die Studentinnen ein ganzes Jahr an der Ausstellung und dem dazu gehörigen Katalog gearbeitet hätten. Von der Suche nach Sponsoren bis hin zur Gestaltung der Flyer hätten die Studentinnen alles selbst gemacht.

„Die Ausstellung ist eine literarische Zeitreise durch drei Jahrhunderte“, erläuterte Nora Wilkening von der Arbeitsgruppe. „Wir wollen einen Beitrag zu Marburgs Erinnerungskultur leisten.“ Marburg sei ein großes Freilichtmuseum, da es im Krieg nicht zerstört worden sei, fuhr sie fort. Noch heute erinnerten einige Gedenktafeln an den Häusern an die berühmten Menschen, die hier gelebt haben.

Die Arbeit sei nicht einfach gewesen, da es oft nur wenige Quellen zum Aufenthalt der Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Marburg gab, ergänzte die Studentin Pearl Boczkowski.

Und wo haben sie nun gewohnt, die vielen Künstler, die oft nur kurze Zeit in Marburg waren und dann weiter zogen? Hannah Arendt lebte in der Lutherstraße, Gottfried Benn in der Wilhelmstraße und Mascha Kaleko in der Untergasse. Viele von ihnen waren begeistert von der Stadt. „Marburg ist bezaubernd“, schwärmte der Schriftsteller T.S. Eliot. Und Boris Pasternak meinte gar: „Wenn das hier nur eine Stadt wäre! Aber es ist ja ein mittelalterliches Märchen.“

Die Ausstellung im Haus der Romantik zeichnet nun auf Schautafeln das Leben der großen Geister nach und stellt ihre Beziehung zu Marburg dar. Die Stadt war für viele gleichzeitig Quelle der Inspiration und des Wissens, denn viele kamen, um an der Philipps-Universität zu studieren.

Als Begleitprogramm zur Ausstellung gibt es am 13. Juli um 15 Uhr eine Stadtführung mit Prof. Dr. Metz-Becker. Weitere Führungen können telefonisch vereinbart werden. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag, 11-13 und 14-17 Uhr. Zur Ausstellung ist ein informativer, 108-seitiger Katalog erschienen. Er kostet 15 Euro.

von Bettina Preussner

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