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Ein großartiger Geschichtenerzähler

Konstantin Wecker im Zeltpalast Gießen Ein großartiger Geschichtenerzähler

Vor ausverkauftem Haus trat Liedermacher Konstantin Wecker beim „Gießener Kultursommer“ auf. Plötzlich ist er einfach da. Kaum jemand hat Konstantin Wecker im Zeltpalast kommen sehen.

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Konstantin Wecker steht seit mehr als 40 Jahren auf der Bühne. Seine Konzerte haben nichts an Intensität verloren.

Quelle: Stephan Scholz

Gießen. Und doch sitzt der Liedermacher und Musiker plötzlich an seinem Flügel, völlig unspektakulär und im karierten Hemd. Genau das hat jedoch den großen Teil des legeren Charmes des Auftritts des gebürtigen Müncheners ausgemacht. Wecker, der auf seiner „40 Jahre Wahnsinn“-Tour an der Lahn Station machte, ist kein abgehobener Star.

Selten hat das Wort vom Künstler zum Anfassen wohl so sehr zugetroffen wie auf Konstantin Wecker. Mit charmantem bayerischem Akzent beginnt er sogleich, mit dem Publikum zu plaudern, das ganz offensichtlich von der ersten Minute an den Lippen des Liedermachers hängt. Und der erzählt: Von seiner Mitwirkung bei den „Liedern gegen den Krieg“ im Jahr 1983, als er Harry Belafonte im Bochumer Ruhrstadion am Klavier begleitete.

Damals hätten sich Hunderttausende der Friedensbewegung angeschlossen, die Wecker vor dem Hintergrund der Kriege in unseren Tagen schmerzlich vermisst. Wecker, der eine wirklich erstklassige Band im Gepäck hat, bleibt auch beim Singen immer ein Geschichtenerzähler. Das ist ein Stück Tradition in der Karriere des mittlerweile 68-jährigen Ausnahmemusikers.

Immer scharfzüngig, mit spitzer Ironie und spitzbübischem Charme rückt Wecker seinen Sujets zu Leibe, um sie ganz in Ruhe zu entfalten.

Was soll man nach 40 Jahren auf deutschen Bühnen mehr über Konstantin Weckers Musik sagen, außer: Der Mann war Klasse, ist Klasse und wird es sicher bleiben. Das dürften übrigens auch die 900 Zuschauer so gesehen haben, denn immer wieder gab es kräftigen Applaus für den Münchener und die Seinen, die sich von ihrer Schokoladenseite zeigten. Schön war’s und schreit nach Wiederholung.

von Stephan Scholz

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