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Ein glanzvoller Start in den Advent

Marburger Konzertchor Ein glanzvoller Start in den Advent

Mit der Weihnachtshisto­rie von Schütz stimmte der Marburger Konzertchor am ersten Adventssonntag auf Weihnachten ein. 400 Musikfreunde erlebten in der Kirche St. Peter und Paul ein wunderbares Konzert.

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Vielstimmige Pracht: Der Marburger Konzertchor sang in der Kirche St. Peter und Paul.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Die Weihnachts­historie von Heinrich Schütz, der als Begründer der protestantischen Kirchenmusik gilt, ist um 1660 entstanden. Rund 70 Jahre vor Bachs Weihnachtsoratorium, war sie beispielgebend für das berühmte Nach­folgewerk.

Die Weihnachtshistorie begann mit dem feierlichen Chor „Die Geburt unseres Herren Jesu Christi“. Der Konzertchor sang von Beginn an kraftvoll und mit viel Frische und Präzision. Der Text, der bei Schütz eine so wichtige Rolle spielt, war stets gut verständlich, der Klang klar und transparent. Das kleine Orchester, bestehend aus Musikern des Orchesters „Virtuosi Brunenses“, war mit seinem dezenten Spiel die ideale Begleitung.

Der zweite große Chor der Weihnachtshistorie, die Menge der Engel, war ein durchsichtiger und vielgliedriger Lobgesang, der ganz zart begann und sich langsam steigerte. Wunderschön auch der Gesang des Engels, der den Hirten die Geburt Christi ver­kündet. Die Sopranistin Julia Grutzka (kleines Foto: Gaertner) begeisterte hier mit ihrer hellen und warm gefärbten Stimme.

Mit den biblischen Worten aus dem Lukas- und dem Matthäus-Evangelium wurde die Weihnachtsgeschichte weiter sehr bildhaft erzählt. Dieser Mittelteil des Werkes wurde ausschließlich von Solisten gestaltet, einzelne Passagen übernahmen auch Mitglieder des Chores. Die Altistin Barbara Buffy überzeugte mit ihrer vollen und weichen Stimme, kam allerdings nicht immer gegen das Orchester an.

Der Tenor Markus Schmid war durch eine Erkältung stimmlich angeschlagen, tat aber sein Bestes. Der Bassist Florian Dengler glänzte mit seiner dunklen und kräftigen Stimme in der Rolle des Herodes. Strahlend und festlich war dann der mächtige Schlusschor der Weihnachtshistorie „Dank sagen wir alle Gott“, den der Chor mit viel Leichtigkeit interpretierte.

Neben der Historie von Schütz erklangen am Sonntag noch etliche Werke italienischer Meister aus der Renaissance. Im 16. Jahrhundert entwickelten Musiker in Venedig einen eigenen prächtigen Musikstil, der durch Mehrchörigkeit geprägt war. Im Konzert erklang beispiels­weise das „Benedictus es, Domine“ von Francesco Bianciardi.

Festliches Halleluja zum krönenden Abschluss

In dem ergreifenden Stück traten zwei Chöre mit insgesamt sieben Stimmen in einen wunderschönen Dialog. In „Laudans exultet“ von Giovanni Croce gab es wiederum zwei Chöre zu acht Stimmen, die einander antworteten. Der Marburger Konzertchor meisterte auch dieses schwierige Zusammenspiel mit Sicherheit und Bravour.

Den krönende Abschluss des Konzertes bildete das „Omnes gentes“ von Giovanni Gabrieli. Hier sangen vier Chöre zu sechzehn Stimmen, eine weitere schwierige Aufgabe für den Konzertchor. Die Sänger waren hierzu in Gruppen breit verteilt aufgestellt. So konnte sich ein herrliches Klanggewebe entwickeln, das bald den ganzen Kirchenraum erfüllte. Mit dem festlichen, vielstimmigen Halleluja ging der eindrucksvolle Musikabend zu Ende.

Die Zuschauer bedankten sich mit viel Beifall bei den Sängern, Musikern und auch bei dem Dirigenten Professor Siegfried Heinrich, der am Tag zuvor ausgezeichnet worden war. Heinrich erhielt für seine Verdienste als künstlerischer Leiter der Bad Hersfelder Festspiele, der Bach-Tage von Hessen und Thüringen und der Chöre in Bad Hersfeld, Marburg und Frankfurt den Hessischen Verdienstorden.

Chorleiter Professor Siegfried Heinrich (links) ist von Staatssekretär Dr. Manuel Lösel mit dem Hessischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Foto: Alf Rothe

von Bettina Preussner

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