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Ein glanzvoller Abend für die Panflöte

Konzert Ein glanzvoller Abend für die Panflöte

Mit ihrem meisterhaften Spiel auf der Panflöte verzauberte Daniela de Santos am Samstagabend das Publikum in der ausverkauften Elisabethkirche. 450 Musikfans waren hingerissen.

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Ganz in ihr Spiel versunken war Daniela de Santos bei ihrem Auftritt in der ausverkauften Elisabethkirche.Foto: Bettina Preussner

Marburg. Strahlend betrat Daniela de Santos die Bühne vor dem Altar in der Elisabethkirche. Sie war in ein goldenes Abendkleid gehüllt, Glitzersteine zierten ihren Arm, und die langen dunklen Locken fielen bis auf die Schultern herab. „Ich bin zum ersten Mal in Marburg“, erzählte die Künstlerin. „Ich freue mich, dass ich in dieser wunderbaren Kirche spielen darf.“ Sie wolle ihr Publikum zum Träumen bringen, sagte sie mit einem charmanten Lächeln und setzte die Panflöte an die Lippen.

Los ging die musikalische Reise quer durch die Zeiten und die Genres. Die Musikerin spielte virtuos, stets perfekt und mit sehr viel Hingabe und Einfühlungsvermögen. In der großen Kirche konnte sich der Klang der Flöte sehr gut entfalten, zusammen mit der Orchestermusik, die vom Band kam, entstand ein harmonisches Ganzes.

Als Auftakt erklang „Davids Song“ von der Kelly Family, ein sehr eingängiges und stimmungsvolles Lied. Es folgte ein Auszug aus dem bewegenden „Concerto de Arranjuez“ von Joaquin Rodrigues. Dieses klassische Stück wurde 1939 komponiert und ist eigentlich für Gitarre geschrieben. Den Evergreen „Let it be“ von den Beatles spielte die Musikerin auf einer dunkler gestimmten Bassflöte, mit geschlossenen Augen gab sie sich ganz der Musik hin.

Vor dem nächsten Stück mit dem Titel „Last‘s Song“ erzählte sie von ihrer Freundschaft mit dem Musiker James Last, der dieses Lied eigens für sie komponiert hat. Sie spielte jetzt auf ihrer „Celestine-Flöte“, einer bläulich glitzernden Panflöte. Sie ist aus Carbon gefertigt, mit zahlreichen Kristallen besetzt und entfaltete einen sehr klaren Sound. „Der Celestine-Kristall ist ein Symbol für das Innere, wenn man zur Ruhe kommt“, erklärte die Musikerin.

Temperametvoll und ohne Berührungsängste

Bei dem flotten Stück „La Bamba“ überraschte Daniela de Santos mit einer kleinen Gesangseinlage. Mit ihrer ausdrucksvollen Stimme sang sie Passagen aus dem spanischen Schlager und spielte im Wechsel dazu auf der Panflöte. An dieser Stelle verwies sie auch auf ihre spanischen Wurzeln.

„Verzeihen Sie mir mein Temperament“, sagte die Künstlerin. „Mein Urgroßvater war Spanier.“

Dass sie keine Berührungsängste kennt, bewies de Santos bei dem mitreißenden Song „La Parranda“. Mit ihrer Flöte schritt sie durch den Mittelgang der Kirche und bezirzte das Publikum ganz direkt mit ihrem bewegten Spiel. Die Zuschauer waren begeistert und klatschten im Rhythmus mit. Am Schluss gab es herzlichen und stürmischen Beifall für die charmante Musikerin.

Von Bettina Preussner

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