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Ein ganzes Dorf im Musical-Fieber

"Mad Night" in Amönau Ein ganzes Dorf im Musical-Fieber

Seit Monaten proben rund 40 Laien-Darsteller in dem Musical-Dorf Amönau für „Mad Night - ein gespenstisch verrücktes Musical“. Ende Juli ist am Rapunzelturm Premiere, gespielt wird acht Mal.

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Darsteller und Helfer hinter den Kulissen haben sich für ein Gruppenfoto auf der Bühne neben dem Rapunzelhäuschen platziert, auf der „Mad Night“ zu sehen sein wird. Für Regie, Text und Musik zeichnen Eckhard Scherer und Brunhilde Heß verantwortlich. Foto:s: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Amönau. Als sich im Jahr 2000 zum Abschluss der gelungenen Dorferneuerung in Amönau mehr als 70 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder mit „Rapunzel“ zum ersten mal in ein Musical-Abenteuer stürzten, ahnte keiner, was folgen würde. Trotzt aller Probenstrapazen neben Beruf und Schule hatte die Produktion den Teilnehmern so viel Spaß gemacht und sie so sehr zusammengeschweißt, dass bald klar war: „Rapunzel“ soll keine Eintagsfliege sein. Sie gründeten den Verein Turmwerkstatt.

13 Jahre später ist Amönau das unangefochtene Musical-Dorf im Landkreis: Unter der Leitung von Brunhilde „Bruno“ Heß (Regie und Text), Eckhard Scherer (Musik) und Angelika Salomon (Choreografie) hat die Turmwerkstatt „Suaine“ (2002), „Los Banditos“ (2004), „Ciella“ (2006), ein Best-of-Programm zur 1000-Jahr-Feuer in 2008 und „Mondenland“ (2010) auf die Bühne gebracht. Sie alle waren Riesenerfolge und fast immer ausverkauft.

„Mad Night“ heißt die sechste große Musical-Produktion. Wieder sind 40 Darsteller - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - beteiligt. Hinter den Kulissen wirbeln noch einmal 40 Frauen und Männer. Sie haben einmal mehr wunderbare Kostüme genäht, sich tolle Masken ausgedacht, haben neben das Amönauer Lusthäuschen, mit dem Otto Ubbelohde das Märchen „Rapunzel“ illustrierte, eine schöne Bühne gebaut und erfüllen - so weit möglich - jeden Wunsch des Regieteams: Wenn ein mächtiges barockes Tor gebraucht wird, wird eins gebaut. Kein Problem für die Amönauer Theatermacher, die mit kreativem Elan alle Hürden meistern, die bei einer derart großen und aufwändigen Produktion zwangsläufig auftauchen. Die organisatorischen Fäden halten der Turmwerkstatt-Vorsitzende Kurt Muth und Heinz Assmann zusammen.

Seit Monaten arbeiten Brunhilde Heß, Eckhard Scherer und Angelika Salomon intensiv mit den Darstellern. Und die Probenfrequenz wird in den kommenden Wochen bis zur Premiere noch einmal deutlich erhöht. Die Musicals in Amönau leben von den tollen Kostümen, den Licht- und Spezialeffekten, von den fantasievollen Figuren aus einer märchenhaften Welt und den Songs, die Eckhard Scherer komponiert. Auch für „Mad Night“ hat der vielseitige Sänger und Musiker, der im Hauptberuf für ein Telekommunikationsunternehmen arbeitet, wieder 11 Lieder komponiert - Balladen, Pop- und Rocksongs, orchestrale Melodien mit klassischen und barocken Elementen. Hinzu kommen Zwischenmusiken und zahlreiche Effekte. Und weil Eckhard Scherer in der stressigen Probenphase kaum Zeit für seine Familie finden würde, machen seine Töchter Jana, Lina und seine Frau Gisela besser gleich mit.

Neu ist diesmal eine fünfköpfige Live-Band: „Ruffnix“ ist quasi ein „Familienprojekt“ von Josch, Yannic und Franziska Bender sowie Nico Beinborn und Ann-Kathrin Hesse.

Brunhilde Heß erzählt in „Mad Night“ wieder ein Märchen mit vielen fantastischen Elementen. Die Geschichte handelt in der Gegenwart und im 17. Jahrhundert: Oscar, gespielt von dem Studenten Lukas Bender, ist ein Bücherwurm und Ahnenforscher. Durch Zufall gelangt er an eine merkwürdige alte Schrift, die es ihm ermöglicht, die Ahnen für eine Nacht in die Gegenwart zu rufen. Durch ein magisches Tor betreten Eleonore von Greifenklau, gespielt von der Grundschullehrerin Mascha Koller, und ihr Gesinde als gruselig schöne Gestalten des barocken Zeitalters die Bühne. Die Adlige bereitet gerade ihre zweite Hochzeit vor, und es trifft alle wie ein Schlag, als sie begreifen, dass sie längst verschieden sind. Das bietet Raum für jede Menge schaurig-komische Verwicklungen.

„Gefühlte 2500 Stunden Proben“ haben Brunhilde Heß und ihr Team bereits hinter sich. Dabei beginnt jetzt erst die kräftezehrende Endprobenphase mit kompletten Durchläufen, Licht-, Kostüm- und Generalproben. Hinzu kommen weitere Sonderproben für die acht Gesangs-Solisten und die fünf Tänzerinnen. Aber eines ist sicher: Die Amönauer kriegen das hin, wie immer.

n „Mad Night“ hat am Donnerstag, 25. Juli, um 21 Uhr Premiere. Weitere Aufführungen sind am 26., 27. und 28. Juli sowie am 1., 2., 3. und 4. August jeweils um 21 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in Wetter in der Sparkassefiliale, bei Optik Zietlow und Bürobedarf Weber, in Marburg bei MTM am Pilgrimstein und per E-Mail unter heinz.assmann@t-online.de .

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