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Ein ganz besonderes „Hauskonzert“

Benefiz-Konzert in der Matthäuskirche Ein ganz besonderes „Hauskonzert“

In lockerer Atmosphäre spielten in der Matthäuskirche der ehemalige ­Pfarrer Uwe Mahlert und dessen beiden Zwillingssöhne als Streichtrio ein kleines Benefiz-Konzert zugunsten der Nach­mittagskonzerte.

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Von links: Christoph Mahlert an der Violine, Uwe Mahlert an der Bratsche und Michael Mahlert am Cello spielten Werke aus Bachs ­Notenbüchlein für seinen Sohn Wilhelm Friedemann.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Meist sind es Orgelkonzerte, die bei den von Brigitte Leppin betreuten Nachmittagskonzerten in der Ockershäuser Matthäuskirche erklingen. Die Orgel begeistere viele Musiker und sei gut intoniert, erklärte auch Uwe Mahlert und fügte hinzu: „Sie hat eine große Trostkraft“.

Mahlert war 29 Jahre lang Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Ockershausen. „Für mich ist das ein besonderer Ort“, erzählte Mahlert nach dem Konzert. Er sei inzwischen aber abgenabelt, da er bereits seit zehn Jahren im Ruhestand sei.

In Ockershausen sind auch Mahlerts Zwillingssöhne Christoph und Michael aufgewachsen. Sie spielten während ihrer Schulzeit im Orchester des Gymnasiums Philippinum oder im Studenten-Sinfonie-Orchester. Heute haben beide einen naturwissenschaftlichen Beruf. Dass sie die Leidenschaft zur Musik nicht verloren haben, bewiesen sie als Streichtrio gemeinsam mit ihrem Vater.

Wunsch nach Wiederholung wird gerne erfüllt

Und so kamen über 120 Gemeindemitglieder, Bekannte und Musikliebhaber zum Konzert, um dem Trio zu lauschen. Die drei hatten sich dabei besonders Werke ausgesucht, die ursprünglich gar nicht für Streicher komponiert wurden, wie die 15 dreistimmigen kurzen „Sinfoniae“ von Johann Sebastian Bach, BWV 787-80. Die Werksammlung war Teil eines Notenbüchleins für Bachs Sohn Wilhelm Friedemann.

„Man kann sich daran nicht sattspielen“, erklärte Uwe Mahlert bei der Ankündigung und regte das Publikum an, sich bei Bedarf eine Wiederholung zu wünschen. „Bitte noch einmal“, kam etwa ein Ruf aus dem Publikum nach der fröhlichen Sinfonia 12 in A-Dur, bei der sich die Musiker immer kräftiger in die Höhe steigerten und mit besonders viel Spielfreude begeisterten.

Das erste „Nochmal“ kam allerdings vom ehemaligen Pfarrer selbst, der damit eine Sinfonia neu beginnen ließ. Es war klar: Bei diesem Konzert spielten keine Profi-Musiker – Perfektion war hier nicht zu erwarten. Dafür begeisterten Uwe Mahlert an der Bratsche, Christoph Mahlert an der Violine und Michael Mahlert am Cello mit viel Spaß am gemeinsamen Musizieren und einer angenehmen und lockeren Atmosphäre.

Wunderbar meisterten sie den Wechsel der verschiedenen „Sinfoniae“, ob lebhaft, rhythmisch und tänzerisch oder langsam und elegisch, sie arbeiteten die kontrapunktische Anlage schön deutlich heraus. Gleich beim ersten Werk des Konzertes, dem Allegro aus der Orgeltriosonate Es-Dur, BWV 525, präsentierten sie sich als drei eigenständige, kräftige Stimmen, die im Zusammenspiel wunderbar miteinander harmonierten.

„Wir hatten bei den Proben viel Spaß“

Beim letzten Stück des Programms, dem fugenartigen „Alla breve“ aus der Triosonate in C-Dur, BWV 1037, wechselte Uwe Mahlert auf die Violine und spielte mit seinem Sohn Christoph in starker Gemeinschaft, zu der Michael am Cello einen kraftvollen Kontrast bildete.

„Wir hatten bei den Proben viel Spaß und wollten versuchen, das ein bisschen zu zeigen“, sagte Uwe Mahlert nach dem Konzert. Das Publikum bedankte sich dafür mit kräftigem Applaus und wurde seinerseits mit einer Wiederholung der Fuga in g-Moll belohnt, die Wolfgang Amadeus Mozart aus Bachs zweitem Teil des „Wohltemperierten Klaviers“ für Streichtrio umgeschrieben hatte.

von Mareike Bader

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