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Ein frecher Froschkönig begeistert die Kinder

Theater Gegenstand Ein frecher Froschkönig begeistert die Kinder

Das Marburger Theater Gegenstand arbeitet sich im Grimm-Jahr an Märchen ab. Am Sonntag hatte „Der Froschkönig“ in der Waggonhalle Premiere, der sehr unterhaltend auf die Bühne gebracht wird.

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Da hockt der Froschkönig (Rene Rösler) neben dem Brunnen und klagt sein Leid. Zur Freude der Kinder ist er ziemlich frech.Foto: Ines Dietrich

Marburg. Wer bei der Inszenierung „Der Froschkönig“ des Theaters Gegenstand nach dem berühmten Märchen der Brüder Grimm einen Platz in der ersten Reihe der vollbesetzten Waggonhalle ergattert hatte, konnte sich nur kurzfristig glücklich schätzen. Denn spätestens mit dem Erscheinen des Frosches wurde das originell in Szene gesetzte Märchen zu einer recht feuchten Angelegenheit.

Der Frosch - herrlich gespielt von Rene Rösler - bestach vor allem durch eines: schlechte Manieren. Kaum hatte er den Kopf aus dem überdimensionalen Brunnen gesteckt, ergoss sich ein Schwall Wasser über die verwunderten Zuschauer. Außerdem rülpste und spuckte er unentwegt, nervte und quakte und löste damit vor allem bei den Kindern hemmungslose Kicheranfälle aus.

Penetrant und aufdringlich folgte er der Prinzessin, die alles andere als begeistert von seiner Nähe war und mit allerlei Tricks versuchte, ihr Versprechen nicht einzuhalten. Das mündete in einer wilden Jagd quer durchs Publikum, ebenfalls zur Freude der Kinder.

Die Inszenierung blieb nah beim Original und Frosch, Prinzessin und König sahen exakt so aus, wie Kinder sich diese Figuren vorstellen. Magdalena Kaim spielte die verwöhnte Prinzessin wunderbar überheblich und arrogant, die zwar ihr Wort gegeben hatte, es aber nicht einlösen will.

Die Moral kam auch hier vom König, gespielt von Peter Gerst, der die einfache Grundregel mehrfach betonte: „Versprechen muss man halten.“ Dem stimmten die Kinder lauthals zu, die Prinzessin allerdings nicht. „Wir könnten ihn doch einfach schlachten, du isst doch so gerne Froschschenkel“, ist ihre Idee, um den Frosch aus ihrem Schlafzimmer fernzuhalten.

Doch es kommt, wie es kommen muss, der Frosch darf bleiben, die Prinzessin reißt sich zusammen, bis sie es schließlich nicht mehr aushält und sich wehrt: „Ich habe nur versprochen, dass du bei mir schlafen darfst, aber nicht dass ich es erlaube, dass du dich so schlecht benimmst!“ ruft sie und wirft ihn an die Wand.

Untermalt von Trockeneis-Nebel geschieht dann die Verwandlung zum Prinzen - Ende gut, alles gut - und der König entlässt die kleinen Zuschauer mit der weisen Erkenntnis: „Irgendwann kommt im Leben eines Mannes der Augenblick, wo er an die Wand geklatscht wird. Und dann entscheidet es sich, ob man ein Prinz oder ein Frosch wird!“

von Ines Dietrich

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