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Ein ernstes Thema kinderfreundlich verpackt

Kino Ein ernstes Thema kinderfreundlich verpackt

„Sputnik“ und „Scherbenpark“ heißen die Gewinner des Kinder- und Jugendfilmfestivals „Final Cut“ 2013.

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Fünf Tage lang hat die Jury Filme geschaut. Foto: Schwarzwäller

Marburg. Fünf Tage haben sie im Kino verbracht und Filme geschaut. Das war aber nicht nur Vergnügen, sondern auch eine ganze Menge Arbeit. 16 Kinder und Jugendliche stellten in diesem Jahr die beiden Jurys des Kinder- und Jugendfilmfestivals „Final Cut“.

„Super und sehr konzentriert haben die Jurymitglieder gearbeitet, lobte Birgit Peulings vom Cineplex die elf- bis 18-Jährigen. Bereits zum achten Mal veranstaltete das Cineplex gemeinsam mit der Jugendförderung und dem Fachdienst Kultur der Stadt Marburg „Final Cut“. Das Filmfestival ist das einzige in Deutschland, bei dem Kinder und Jugendliche nicht nur Zielpublikum sind, sondern über die Prämierung der Filme entscheiden. Entsprechend groß war die Freude bei Markus Dietrich, dem Regisseur des Films „Sputnik“, der in der Kategorie Kinderfilm gewann.

„Ich freue mich riesig“, erklärte Dietrich. „Der Preis einer Kinderjury ist mehr wert als jeder andere. Besonders wenn acht Jahre nur ganz wenige geglaubt haben, dass der Film Kinder interessiert.“ Es geht um die Geschichte der zehnjährigen Frederike, die gemeinsam mit ihren Freunden eine Maschine baut, um sich zu ihrem aus der DDR ausgereisten Onkel zu „beamen“. Die Jury befand: „ein ernstes Thema kinderfreundlich verpackt und mit viel Humor umgesetzt“. Eine lobende Erwähnung sprach die Kinderjury für die holländische Produktion „Nono das Zickzack Kind“ aus.

Bei der Jugendjury sei die Preisfindung sehr eindeutig und in absoluter Rekordzeit vonstatten gegangen, erfuhren die Gäste der Preisverleihung. Eine lobende Erwähnung ging an den Film „Spieltrieb“. Zum Sieger kürten sie „Scherbenpark“, in dem es die 17-jährige Sascha aus dem gleichnamigen Ghetto in die vermeintlich heile Welt eines Journalisten und seiner Familie verschlägt.

„Spannend, ernst, traurig, lustig, unterhaltsam“, so das Urteil der Jugendlichen. Musik, Regie, schauspielerische Leistung und der authentische Sprachstil wurden gewürdigt. Kino-Chefin Marion Closmann freute sich über diese Entscheidung ganz besonders: „Um diesen Film haben wir sehr gekämpft, dass wir ihn zeigen konnten“. Über die Festivalwoche zählte das Cineplex mehr als 600 Besucher, davon 400 Schüler in den Vormittagsvorstellungen.

Von Nadja Schwarzwäller

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