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Ein bunter Themen-Mix

„Für Dich Für Dich Für Dich“ Ein bunter Themen-Mix

Drei Tage lang präsentierten Künstler aus Europa beim Festival „Für Dich Für Dich Für Dich“ zahlreiche kritische wie kuriose Performances auf der Bühne des G-Werks.

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Wie ein imaginäres Alien die allumfassende Facebook-Welt wohl erleben würde – darüber berichtete die französische Künstlerin Marion Siéfert. Foto: Ina Tannert

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Klanginstallationen, Selbstinszenierung, Internetphänomene, soziale Netzwerke oder Körperkult – ganz eigene Interpretationen aktueller Themen brachten europäische Künstler auf die Bühne des Theaterfestivals, das sein Debüt in Marburg feierte und von der künstlerische Produktionsgemeinschaft „german stage service“ veranstaltet wurde.

Mit dem Phänomen der sozialen Netzwerke beschäftigte sich etwa die Französin Marion Siéfert und gab einen analytischen Einblick von außen auf Facebook und Co. Mit einer bildreichen Vorstellung erinnerte sie an kuriose Trends, den Hang zur Selbstdarstellung oder den Selfie-Wahn und malte mit Wort und Foto nicht nur ein gelungenes Selbstporträt, sondern gleichzeitig ein Porträt ihres Publikums.

Die „Lovefuckers“ aus Berlin brachten das Stück „Spam“ auf die Bühne und demonstrierten in aller Deutlichkeit die vermeintlich betrügerischen Versuchungen auf lebenslanges Glück, Reichtum und Sexappeal des Internets.

Künstlerischer und politischen Austausch

Ans Eingemachte ging es im Mini-Wohnwagen von Künstler Thomas Bartling, in dem der 29-Jährige den Besuchern einen Einblick in sein turbulentes Liebesleben gewährte. Offen und mit jeder Menge Humor berichtete der Student der angewandten Theaterwissenschaft bei einem Glas Sekt über ein ausschweifendes Sexualleben und lud zum offenen Austausch über Sex, Liebschaften und vielfältige Emotionen. „Es sind intensive Gespräche, die Grenzen zwischen Privatem und Beruf verschwimmen und es bildet sich schnell eine wachsende Vertrautheit“, so der Künstler.

Etwas auf die Ohren bekamen die Gäste im Traumakino. Mit Hör-Features und Tonschnipseln aus ihrem Archiv präsentierte die Berliner Künstlergruppe „quEAR“ Klanginstallationen, Hörstücke und Audioperformances. Nach Art des angestrebten Künstler-Mix aus „queer“ und „ear“ will die Gruppe gesellschaftliche Grenzen überschreiten, nutzt dafür das Format Audio zum künstlerischen und politischen Austausch.

Mit einer lebendigen Tanzperformance setzte sich wiederum „Joana Tischkau & Co“ mit hypersexualisierten Bildern von schwarzen Körpern in der Popkultur auseinander. Ihre Ansicht zum Thema Krieg führe Kathrin Ebmeier aus Essen beim „Metanachtsgespräch“ aus, während Autorin Dr. Angela Steidele zur Lesung aus ihrem Romandebüt „Rosenstengel“ einlud.

von Ina Tannert

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