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Ein böses Spiel rund um die Geldgier

Landestheater Ein böses Spiel rund um die Geldgier

Molière gilt als der Schöpfer der französischen Charakterkomödie. Bis heute begeistert diese Gattung die Menschen in aller Welt. Am Samstag hat „Der Geizige“ Premiere am Landestheater.

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Der geizige Harpagon (Tobias M. Walter) boxt sich rücksichtslos durchs Leben. Seine alte Tochter Elise (Christine Reinhardt) hofft vergeblich auf Verständnis.

Quelle: Christian Buseck

Marburg. Kurz vor Weihnachten bringt das Hessische Landestheater einen Geizhals, besser: den Geizhals schlechthin, auf die Bühne: Harpagon heißt der reiche, alte Witwer, den der französische Dramatiker Molière (1622 – 1673) erfunden hat, und der schon zu Zeiten des im Luxus schwelgenden Adels zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. das „Geiz ist geil“-Motto verinnerlicht hat.

1668 wurde die Komödie in Paris uraufgeführt. Molière war nach seinem „Tartuffe“, nach seinem „Don Juan“ und nach „Der Menschenfeind“ schon ein Star in der Stadt, die Ludwig XIV. damals in ein zweites Rom verwandeln wollte.

Marc Becker, seit 2006 als Hausautor und Regisseur am Oldenburgischen Staatstheater, setzt die Komödie am Hessischen Landestheater in Szene. Zuletzt zeichnete er in Marburg für Brechts Drama „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ verantwortlich, das er mit viel Tempo und Ideenreichtum auf die Bühne gebracht hat.

Konflikt der Generationen steht Kopf

Auch für Molières „Geizigen“ hat er sich etwas ungewöhnliches einfallen lassen – ob die Idee aufgeht, wird man sehen: Harpagon, der von Geldgier getriebene alte Witwer, ein erbärmliche Wurm, wird bei Becker von dem jungen Tobias M. Walter gespielt. Harpagons Kinder Elise und Cléanthe dagegen von Christine Reinhardt und Jürgen Helmut Keuchel.

Der Generationenkonflikt um Geld, Gier und Liebe wird hier also auf den Kopf gestellt. Indem Becker kurzerhand aus Jung alt und aus Alt jung mache, werde Molières Komödie zu einem Wechselspiel von Klischees und Wertvorstellungen, so das Hessische Landestheater.

Ergänzt wird das Ensemble von Roman Pertl, Alexander Peiler, Victoria Schmidt und Daniel Sempf sowie, der erstmals als Marburger Ensemblemitglied beteiligten, Insa Jebens. Für das Bühnenbild zeichnet Harm Naaijer verantwortlich, für die Kostüme Alin Pilan.

von Uwe Badouin

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