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„Ein bisschen Asia-Style“

Ausstellung „Ein bisschen Asia-Style“

Arbeiten von Qitan Huang und Xinyuan Chen aus China sowie von der Koreanerin Boyun Choi sind derzeit in der Lorraine Ogilvie Gallery (LOG) zu sehen. Sie studieren gemeinsam in Marburg.

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Die Studenten Qitan Huang (von links), Xinyuan Chen und Boyun Choi stellen ihre Werke in der LOG Gallery in der Ketzerbach aus.Foto: Mareike Bader

Marburg. Er sei ja sonst für monographische Ausstellungen bekannt, gab Dr. Michael Herrmann bei der Vernissage am Freitag zu. Bei seinen Besuchen im Institut für Grafik und Malerei habe ihn besonders das Atelier begeistert, das sich die drei Studierenden teilen. „Wir sorgen für ein bisschen ‚Asia-Style‘ hier“, lachte Xinyuan Chen.

Und auch Herrmann freute sich - nicht zuletzt über „so viele neue, junge Gesichter“ in seiner Galerie. Die LOG war dicht gefüllt mit Freunden und Bekannten der Studierenden und vielen weiteren Kunstinteressierten.

Bei seinen Worten zu den Werken kam der Galerist ins Schwärmen und bestätigte den Studierenden, sie seien für ihn bereits fertige Künstler. Viele Bilder kenne er bereits im Entstehungsprozess, wie die großflächige Zeichnung von Qitan Huang mit dem Titel „Küche“. Seine Zeichnungen mit Bleistift auf Papier, die Langzeitbelichtungen in der Fotografie nachempfunden sind, hätten Herrmann schon lange begeistert. In dieser Zeichnung verbindet der Student, der die „China Academy of Fine Art“ in Peking besucht hat, ein klassisches Stillleben von einem Glas, Brot und Handtuch mit der verwischten Silhouette einer Person. Im Sommer werde Qitan Huang ein Werk zur Verkündigungsszene im Kunstverein ausstellen, kündigte Dr. Michael Herrmann an.

Xinyuan Chens Bilder, die mit einer Ausnahme alle als „Woman“ betitelt sind, bestechen für Herrmann durch ihre fehlende Individualität. „Wenn mal ein Gesicht da ist, wird es gleich übertüncht“, so der Galerist. Der Blick der aus Kanton stammenden Chinesin auf ihre eigene Gesellschaft, die hier in Europa mit ganz anderen Dingen konfrontiert sei, faszinierte ihn besonders.

Als Dritte im Bunde sind die bunten Malereien von Boyun Choi zu sehen. Herrman nannte sie eine „Pop-Artistin“ Neben ihren „süßen“ Bildern mit Torten oder Gummibärchen, die sie im September 2012 in der Brüder-Grimm-Stube ausstellte, sticht aber besonders ihr Selbstportrait hervor. Äußerst selbstreflexiv mischt sie hier ihre eigene Kunst, ihr Umfeld mit ihrer eigenen Erscheinung, das durch ein ernstes Gesicht geprägt ist.

Die Ausstellung ist noch bis 17. Mai in der Lorraine-Ogilvie-Gallery in der Ketzerbach 31 zu sehen. Die Galerie ist Dienstag bis Freitag von 11 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr, sowie Samstag 11 Uhr bis 13 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

von Mareike Bader

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