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Ein Podium für junge Künstler

„Galerie 36“ im Jugendamt Ein Podium für junge Künstler

Raum für junge Kunst ­bieten will „Galerie 36“ im Jugendamt. Zum Auftakt sind Werke von Halise ­Adsan und Alexey Zemlyanov zu sehen.

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Halise Adsan und Alexey Zemlyanov eröffnen mit einer gemeinsamen Ausstellung die „Galerie 36“.

Quelle: Uwe Badouin

Marburg. Ausstellungsmöglichkeiten für heimische Künstler sind recht rar gesät in Marburg. Vor allem seit das Arbeitsgericht verschwunden ist und seit die GeWo-Galerie eine Kunstpause einlegt.

Ob die neue „Galerie 36“ eine echte Alternative sein kann, muss sich erst noch zeigen. Und die Ausstellungsmacher müssen noch viel ausprobieren und üben. Einfach nur Bilderschienen anzubringen und Bilder aufzuhängen, reicht dafür nicht.

Zwei Flure im Jugendamt in der Friedrichstraße 36 stehen für die „Galerie 36“ zur Verfügung. Im oberen Flur hängt Malerei von Halise Adsan, die in der Marburger Kunstszene sehr präsent ist – nicht nur durch ­ihre eigene Galerie in der Oberstadt. Mit großem Engagement kümmert sich die Stadtverordnete kurdischer Abstammung seit vielen Jahren um junge Künstler und um junge Kunstströmungen wie Graffiti.

Konzept der Ausstellung schränkt Auswahl massiv ein

Von ihr und ihrem Marburger Künstler-Kollegen Richard Stumm stammt auch die Idee zu der „Galerie 36“. Drei Jahre hat es gedauert – von ersten Gesprächen mit dem Leiter des Jugendamtes, Christian Meineke, bis zur Realisierung.

Das Konzept der „Galerie 36“ ist einerseits sehr einfach, andererseits sehr konstruiert: Die Galerie soll jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern ein Podium bieten. Jung heißt in diesem Fall: Sie müssen unter 36 Jahren alt sein. Sie sollen gemeinsam mit Künstlern präsentiert werden, die über mindestens 36 Jahre Erfahrung verfügen sollen. Dies schränkt die Auswahl massiv ein und macht sie nicht gerade leicht.

Halise Adsan zeigt in der ersten, von Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Die Grünen) eröffneten Ausstellung, Malerei unter dem Titel „Kommunikation“. Menschen und Tiere, speziell Esel, die wichtigsten Lastentiere ihrer alten Heimat, rückt sie in den Fokus. Insbesondere ihr Projekt „100 Esel“ ist ihr wichtig: Von jedem verkauften Bild spendet sie 20 Prozent, also 10 Euro, an ein Projekt, das alleinerziehende Flüchtlingsmütter unterstützen soll.

Präsentation der Werke noch ausbaufähig

Im unteren Flur sind Arbeiten von Alexey Zemlyanov zu sehen. Er wurde 1991 in St. Petersburg geboren, kam 2002 nach Deutschland und studiert seit 2013 in Marburg. Zemlyanov kommt aus der Graffiti-Szene. In der „Galerie 36“ zeigt er Vinyl-Schallplatten, die er mit unterschiedlichen malerischen Techniken bearbeitet – mal mit Sprayfarben, mal mit Acrylstiften. „Upcycling“ nennt er seine konsumkritische Recycling-Kunst. Alexey Zemlyanov sieht in der „Galerie 36“ eine Chance für junge Künstler.

An der Präsentation der Arbeiten müssen die Ausstellungsmacher allerdings noch arbeiten. Es gab bei der Ausstellungseröffnung beispielsweise weder Hinweise auf die Künstler noch auf ihr Werk. Auch die Ausleuchtung ist verbesserungswürdig.

Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch umrahmt von der Mädchengruppe Movement Voices aus dem St. Martin-Haus im Waldtal. In der „Galerie 36“ sind künftig zwei bis drei wechselnde Ausstellungen jährlich zu sehen. Bewerbungen sind ab sofort per E-Mail möglich unter der Adresse: galerie36@marburg-stadt.de .

  • Die Ausstellung ist geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.

von Uwe Badouin

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