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Ein Musical will Hoffnung vermitteln

Helmut Jost & Gospelfire Ein Musical will Hoffnung vermitteln

Der Liedermacher, Produzent und Sänger Helmut Jost erfüllte den kleinen Saal des Erwin-Piscator-Hauses mit Klängen aus dem fernen Afrika.

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Der christliche Liedermacher Helmut Jost gastierte mit dem Gesangsensemble Gospelfire und einer Band im Erwin-Piscator-Haus.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zusammen mit dem fünfköpfigen Gesangsensemble Gospelfire und einer Rockband führte Helmut Jost „Hope – eine afrikanische Geschichte“ auf. Das Musical wurde im Auftrag des christlichen Vereins Compassion komponiert. Dieser setzt sich mithilfe von Patenschaften für die Verbesserung der Lebensumstände afrikanischer Kinder ein.

Das Musical greift exemplarisch die Geschichte eines dieser Kinder auf, das durch die Hilfe des Vereins aus dem Leben im Slum ausbrechen kann. Die 16 Kompositionen Josts reichen von getragenen Balladen bis hin zu Gospelsongs, wobei jeder Song einen Lebensabschnitt des Kindes thematisiert. Der musikalische Eindruck wurde bei der Aufführung außerdem von ­Fotos und Videos untermalt.

Gesangliche Präzision

Immer wieder wechselten sich am Samstagabend lebensfrohe, erheiternde Gospelsongs mit ernsten, eindringlichen Balladen ab. Der Song „Komm spiel mit mir“, der die Unbeschwertheit des Kindseins thematisiert, machte es den Zuschauern schwer, sitzen zu bleiben und nicht selbst zu tanzen. Und das nicht zuletzt wegen der Energie, die sowohl die Sänger als auch die Instrumentalisten auf der Bühne versprühten. Vor allem die Percussion transportierte durch einen tanzbaren Rhythmus das unbeschwerte Lebensgefühl. Das Publikum nahm die musikalisch vermittelte Lebensfreude an und bedankte sich für diesen Song mit vereinzelten Jubelrufen.

Das Duett „Stell dir vor, irgendwann“ setzte hingegen ruhiger und getragener an. Das Sehnen nach einer besseren Zukunft steht in diesem Lied hier im Vordergrund. Helmut Jost und eine Solistin des Ensembles Gospelfire gaben der Ballade durch ihre gesangliche Präzision Tiefe. Allerdings führten vereinzelte Abstimmungsprobleme in der Band dazu, dass dieser Song nicht den gleichen mitreißenden Effekt hatte, wie die anderen Lieder dieses Abends.Der darauffolgende Gospel „School‘s out“ dagegen sprühte wieder vor Energie und animierte zum Mitklatschen.

Enorme Vielseitigkeit

Das Finale des Abends stellte den zentralen Gedanken des Musicals „Hope – eine afrikanische Geschichte“ in den Vordergrund. Die Nächstenliebe als Leitbild des Christentums aber auch als Prinzip der Arbeit der Organisation Compassion werden in der Ballade „Zum Geben bereit“ aufgezeigt. Mit einem ruhigen Rhythmus, aber dennoch mit voller Ausschöpfung der Instrumentation und der Stimmen, zeigte die Gruppe noch einmal ihre enorme Vielseitigkeit. Sowohl die großen Stimmenumfänge der Sänger, als auch die Präzision der Instrumentalisten überzeugten.

Die familiäre Atmosphäre des kleinen Saales im Erwin-Piscator-Haus aber auch die Nahbarkeit der Musiker gaben dem Abend eine herzliche, freundliche Stimmung. Diese griff Helmut Jost am Ende des Konzertes auf und forderte die Zuschauer zum gemeinsamen Singen auf. Der Gedanke der Gemeinsamkeit sprang von der Bühne in den Zuschauerraum hinab. So sang der ganze Saal den letzten Refrain von „Zum Geben bereit“ gemeinsam und entließ die Musiker anschließend mit stürmischem Applaus.

von Luise Göhler

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