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Ein Meister der vielen Stimmen

Ensemble Saltarello führt Gabrieli auf Ein Meister der vielen Stimmen

Das Marburger Ensemble Saltarello hat sich der Alten Musik verschrieben. Mit Giovanni Gabrieli entführten Musiker und Sänger die Zuhörer in die Zeit der Renaissance und des Frühbarock.

Marburg. Der italienische Komponist Giovanni Gabrieli, der vor 400 Jahren gestorben ist, gilt als einer der einflussreichsten Figuren der sogenannten Venezianischen Schule. Unter ihm als Organist am Markusdom in Venedig prägte er besonders die Mehrchörigkeit. Er war Lehrer namhafter Komponisten wie etwa Heinrich Schütz, der 1607 in Marburg Jura studierte. In Anlehnung an diesen großartigen Musiker war ihm das Programm des Ensembles für Alte Musik Saltarello am Sonntag gewidmet.

Gleich beim ersten Werk des Programmes fand man den Sopran mit einigen Blechbläsern auf der Empore wieder. So hatte es Gabrieli auch gemacht. Er nutzte seinerzeit die Räume der Basilika, um die verschiedenen Chöre besser zu trennen. Neue Klangfarben wurden hinzugemischt, indem die Stimmen durch Instrumente verstärkt wurden.

Das Ensemble Saltarello setzte dies unter anderem bei der Psalmvertonung „Confitebor tibi dominus“ um. Tenor Marc Müllenhoff stand zusammen mit den Blechbläsern unterhalb der Kanzel, ein anderer Teil des Chores stand links in einer Nische.

von Mareike Bader

Das Werk stammte wie die meisten aus den beiden geistlichen Kompositionen „Sacrae Symphoniae I+II“. Dabei war das Programm locker und bunt gemischt. Sogar die Messtexte waren scheinbar beliebig im Konzertverlauf verteilt. Neben dem Gloria, fehlte auch das Credo und das Sanctus kam weit nach dem Benedictus. Unterbrochen waren die Chorwerke von Instrumentalwerken. Das bot Raum, um die alten Instrumente zu präsentieren. Eine Chitarrone mit ihrem langen Hals sieht und hört man heutzutage nicht oft. Am Sonntag konnte man den feinen Saitenklang sogar in einer schönen Toccata-Gagliarda von Kapsberger genießen.

Auch Gabrielis Onkel Andrea Gabrieli, dem er seine musikalische Ausbildung verdankte, wurde gewürdigt. Leider waren die Instrumente bei der „Canzone und Ricercar“ für vier Gamben zu sehr hinter den Notenständern versteckt, so dass man die schönen Instrumente kaum sehen konnte.

Es war kein großes, lautes Chorkonzert. Das Ensemble Saltarello überzeugte mehr mit ruhigen, andächtigen Tönen. Die gedeckteren Töne passten gut zum Totensonntag. Sie gaben den zwölf Sängern und fünfzehn Musikern aber auch mehr Möglichkeiten sich zu entfalten. Ihnen gelang es den schönen Klang der verschiedenen Stimmen zu einem satten, kunstvollen Miteinander zu verweben. Der feine, helle Sopran glänzte hier und da wie ein Lichtstrahl hervor.

Bei der etwas ruhigeren, sakralen Musik konnte man wunderbar dem hektischen Alltag entfliehen und die Musik genießen.

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