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Ein Loblied auf die Freundschaft

Rico, Oskar und die Tieferschatten Ein Loblied auf die Freundschaft

Wow. Das gab es lange nicht mehr bei einer OP-Familienmatinee. 270 Zuschauer sind einhellig begeistert von dem Kinderfilm „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. Ihr Urteil: oscarreif.

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Beim Münchner Filmfest gab es den Publikumspreis für die beiden tollen Hauptdarsteller Anton Petzold (oben links) als Rico und Juri Winkler als Oskar. In Marburg gab Autor Andreas Steinhöfel nach der Vorstellung geduldig Autogramme.Fotos: Fox / Badouin

Marburg. 270 Besucher waren am Sonntagvormittag trotz Sonnenscheins ins Cineplex gekommen, um „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und den Autor des Romans, den Biedenkopfer Andreas Steinhöfel, zu sehen. Und sie alle waren hin und weg - sowohl von Steinhöfel, der mit viel Humor erst Passagen aus seinem preisgekrönten Erfolgsroman las, nach dem Film entspannt Fragen aus dem Publikum beantwortete und jede Menge Autogramme gab. Begeistert waren sie auch von dem Film.

Andreas Steinhöfel wurde 1962 in Battenberg geboren, wuchs in Biedenkopf auf, machte an der dortigen Lahntalschule sein Abitur, studierte in Marburg Anglistik, Amerikanistik und Medienwissenschaften und kam 1991 eher durch Zufall zum Schreiben. Zum Glück für seine Leser, denn Steinhöfel mag keine Kinderbücher mit moralisierendem Zeigefinger. Der Durchbruch gelang ihm bereits 1992 mit „Paul Vier und die Schröders“, ebenfalls verfilmt, ebenfalls preisgekrönt.

Sein größter Erfolg allerdings ist die dreiteilige Reihe um den tiefbegabten Rico und den hochbegabten Oscar. Der jetzt mitreißend und mit deutscher Starbesetzung verfilmte Roman „Rico, Oscar und die Tieferschatten“ aus dem Jahr 2008 ist inzwischen Schulstoff. Zu recht, denn Steinhöfel vereint gekonnt Witz, Spannung und Beschreibungen des Alltags einer alleinerziehenden Mutter im Berlin der Gegenwart. Die Reihe hat sich nach Angaben des Verlags rund eine Million Mal verkaufte. Bislang. Der Film wird den Verkauf sicher noch einmal deutlich ankurbeln, zumal auch die Folgebände verfilmt werden sollen. Die Dreharbeiten für den zweiten Teil beginnen im Sommer.

Steinhöfel selbst ist ausgesprochen zufrieden mit der filmischen Umsetzung des Teams um Regisseurin Neele Leana Vollmar („Maria, ihm schmeckt‘s nicht“). „Der Film ist toll geworden“, sagte er im Cineplex, wo er nach acht Rohfassungen in der OP-Familienmatinee zum ersten Mal die endgültige Kinoversion sah. „Er funktioniert auch für Erwachsene. Das kann man nicht immer erwarten.“

Als Autor habe er sich komplett herausgehalten. „Wenn man das nicht kann, darf man die Rechte eben nicht verkaufen“.

Der Film ist fantastisch besetzt: Karoline Herfurth, Ursela Monn, Axel Prahl, David Kross, Ronald Zehrfeld, Anke Engelke und Milan Peschel gehören zur ersten Garde der deutschen Schauspieler. Doch können die jungen Hauptdarsteller Anton Petzold als Rico und Juri Winkler als Oskar locker mit den erfahrenen Stars mithalten. Sie spielen so gut, dass der Film beim Münchner Filmfest den Publikumspreis gewonnen hat.

Der tiefbegabte Rico und sein superschlauer Freund Oskar, der zur Sicherheit immer einen Helm trägt, sind ein wunderbares Buch- und Kinopaar. In Berlin machen sie Jagd auf Mister 2000, einen Kinder-Entführer. Plötzlich ist auch Oskar verschwunden und Rico, in dessen Kopf die Gedanken wie Bingo-Kugeln umherwirbeln, muss ihn retten und seine Angst vor den Tieferschatten in einem ausgebrannten Hinterhaus überwinden.

Der Film ist für kleine Kinder streckenweise richtig spannend. Regisseurin Neele Leana Vollmar gelingt es aber, diese Spannung mit Wortwitz und Situationskomik immer wieder aufzubrechen.

Auch die nicht einfachen Lebensumstände von Rico und Oskar werden wunderbar erzählt. Ricos alleinerziehende Mutter - großartig gespielt von Karoline Herfurth - arbeitet etwa in einem Nachtclub. Rico muss seinen Alltag daher oft alleine bewältigen. Gleiches gilt für Oskar, dessen Vater den Jungen vernachlässigt. Doch wozu hat man schließlich Freunde.

Der Film spielt übrigens in der echten Berliner Dieffenbachstraße im Bezirk Kreuzberg, in der der Deutsche Jugendliteraturpreisträger Andreas Steinhöfel bis zum Tod seines Freundes Gianni Vitiello gelebt hat.

Der Film startet morgen im Cineplex.

von Uwe Badouin

Zuschauermeinungen:

„Es ist ein gelungener Film, in dem ein Kind, das nicht so viel Grips im Kopf hat, seinen Freund doch befreien kann.“

Ellen Emmerich (13) aus Kirchhain

„Ich mag den Film, weil ich witzige Situationen mag und der Film witzig ist.“

Lorena Marburger (11) aus Marburg

„Sehr sehenswert, da sehr lustig und unterhaltsam. Für jedes Alter geeignet. Ein Film zum mehrfach anschauen.“

Fiona Hopp aus Marburg

„Herzerfrischend schön.“

Ulrike Wiegard aus Marburg

„Der Film war so gut, da muss man nichts mehr sagen!“

Franziska Badouin (14) aus Amöneburg

„Endlich mal ein Film, in dem ein ,tiefbegabtes‘ Kind der Held ist! Sensible Umsetzung.“

Jutta Fromm-Visosky aus Oberweimar

„Jubel, Jubel ... mach weiter so!“

Irmtrud Weber aus Hatzfeld

„Der Film ist spitzenmäßig und cool. Ich werd‘ mir auf jeden Fall die Bücher kaufen.“

Anna Schultz (10) aus Marburg

„Tolle Schauspieler, ein sehr schöner Film für die ganze Familie.“

Anke Schult (44) aus Marburg

„Echt helmig.“Jonah Brand (11) aus Marburg

„Herzerwärmender Familienfilm zum immer wieder schauen! Super, freue mich auf Teil 2.“

Birgit Grimmeisen (45) aus Lahntal

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