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Ein Lobgesang auf die Kirchenmusik

Kantorei der Elisabethkirche Ein Lobgesang auf die Kirchenmusik

„Singet dem Herrn ein neues Lied“, nach diesem Psalm bekam der vierte Sonntag nach Ostern seinen Namen Kantate. Passend dazu bot die Kantorei ein tolles Musikprogramm.

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Die Kantorei der Elisabethkirche und das Elisabethorchester boten am Sonntag der Kirchenmusik ein starkes Programm und Stimmkraft. Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Die Psalmsinfonie von Igor Strawinsky war ein Mal zuvor in Marburg aufgeführt worden. Der ehemalige Universitätsmusikdirektor Hermann Stephani, Begründer des heute noch existierenden musikwissenschaftlichen Instituts, führte es 1950 zusammen mit der Marburger Kantorei auf. Das berichtete der damalige Sänger der Marburger Kantorei Otfried von Streuber Bezirkskantor Nils Kuppe.

Strawinskys Werk hat in den letzten 63 Jahren nichts an seiner Wirkung verloren. Mit feinen Akzenten klangen die Marburger Kantorei und das Elisabethorchester als gleichberechtigte Partner. Nils Kuppe dirigierte äußerst energisch und führte so gleich im erste Satz zu einem tollen, satten Klang, was aber mit dem dritten Satz noch getoppt wurde. Mantramäßig durchzog das „Laudate Dominum“-Ostinato den Satz dazu verstärkte das Orchester die Stimmung durch das rhythmische Spiel als ob sie jemand verfolgten.

Die „Entrata“ des eher unbekannten, niederländischen Komponisten Joep Franssens wirkte nach dem atonal geprägten Strawinsky-Stück wie eine Erholung. Sehr harmonisch und voller Hoffnung, wie ein sanfter Wasserlauf, klang das Werk mit Gudula Schreiber und Reiner Schelski an zwei traumhaft schönen, offenen Flügeln. Leider verlief das „Geplätscher“ nicht richtig synchron, so dass beide Klaviere etwa einen Ton auseinander waren.

Dann erklang der imposante „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, dem die Sinfonie Nr. 2 vorausgestellt war. Die Streicher meisterten die schnellen Passagen im feurig-feierlichen ersten Satz wirklich bravourös. Der zweite Satz war dann so melodisch und tänzerisch, dass einige Musiker und Sänger mit den Köpfen mitwippten.

Im Kantatenteil zeigte auch wieder die Kantorei ihre tolle Stimmkraft. Dabei wurden die 120 Sängerinnen und Sänger vom Marburger Kinderchor unterstützt. Sopranistin Henrike Nonnenmann und Tenor Michael Connaire füllten die Solo-Partien hervorragend aus. Beim Duett „Ich harrete des Herrn“ trat Kantorei-Sängerin Anne Kuppe neben Nonnenmann. Wunderschön und ohne Begleitung erklangen die Stimmen beim Choral „Nun danket alle Gott“ von Martin Rickert, den Mendelssohn in seine Komposition eingebaut hatte.

von Mareike Bader

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