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Ein Klassiker aus neuer Perspektive

F. K. Waechters „Prinz Hamlet“ in der Waggonhalle Ein Klassiker aus neuer Perspektive

„Prinz Hamlet“ – nicht nach Shakespeare, sondern nach F. K. Waechter – zeigt das „ensemble mensch & welt“ diesen Donnerstagabend noch einmal in der Waggonhalle.

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Kasper (Anja Becker, links) und Bär (Judith Nitzschner) trösten den traurigen Hamlet (Thorsten 
Rekate).

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Am Anfang war ein Buch. Aber nicht irgendeins. Vielmehr war es „eines der wunderbarsten Bilderbücher“. Das sagt Ferenc Kréti.

Er ist Regisseur des Stückes „Prinz Hamlet“, das das „ensemble mensch & welt“ am Sonntag zum ersten Mal in Marburg aufgeführt hat und für das der 2005 verstorbende Satiriker und Cartoonist F. K. Waechter mit seinem gleichnamigen Bilderbuch die Vorlage geliefert hat. „Das Buch ist mir irgendwann einmal in die Hand gefallen, und ich hab sofort gedacht: Das könnte mein Theaterstück sein.“

Dass Kréti das Stück in Marburg aufführen würde, habe er sich noch dazu gewünscht. Zurück an den Ort, an dem alles begann: Denn Marburg war nicht nur eine Station seines Studiums, hier in Marburg sammelte er auch erste Theatererfahrungen, wie Kréti selbst sagt.

Am Sonntag präsentierte Kréti nun mit acht Schauspielern des „ensembles mensch & welt“ Waechters letztes Werk in der Waggonhalle. Shakespeares tragische Geschichte vom Prinzen Hamlet, der den Tod seines Vaters rächen will und dabei alle Beteiligten ins Unglück stürzt, hat F. K. Waechter aus der Perspektive der beiden Spielgefährten Hamlets, Kasper und Bär, neu erzählt.

Regisseur über Zuschauerzahl enttäuscht

Die ungewöhnliche Perspektive kam bei den Besuchern am Sonntagabend gut an. Nicht zuletzt, weil die eigentlich tragische Geschichte des Prinzen Hamlet um einige komisch-skurrile Facetten bereichert wird. Kasper und Bär werden zu den tragenden Protagonisten, gemeinsam versuchen sie, Hamlet (gespielt von Thorsten Rekate) zu helfen.

Dieser wird in Waechters Stück fast schon zum stummen Bühnenbild. Aber trotz der wenigen Sätze, die Hamlet spricht – es sind zwei an der Zahl –, bestimmt die Rolle das Geschehen doch im Hintergrund. Nicht zuletzt wegen Schauspieler Rekates starrem, hypnotisierendem Blick, den er nahezu das ganze Stück lang nicht ablegt.

Nach der Aufführung wird er sagen, dass ihm das aufgrund der geringen Besucherzahl am Sonntagabend gar nicht mal so leicht gefallen ist: „Man fühlt sich mehr beobachtet, wenn einem weniger Leute zuschauen. Sind es viele, ist die Atmosphäre anonymer.“ „Ich hatte gehofft, dass mehr Zuschauer kommen“, sagte Regisseur Kréti nach dem Stück. Aber: „So hat es auch Spaß gemacht. Wir haben alles gegeben.“

Am Donnerstagabend, 19. November, um 20 Uhr steht eine weitere Aufführung von „Prinz Hamlet“ in der Waggonhalle auf dem Programm.

von Suria Reiche

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