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Ein Klangjuwel für den Rotary Club

Benefizkonzert Ein Klangjuwel für den Rotary Club

Stehende Ovationen gab es am Samstagabend für das Ensemble Claritas Vocalis. Anlass für den Auftritt des hervorragenden A-cappella-Chores war der 60. Geburtstag des Rotary Clubs Marburg.

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Glasklarer Klang: Der Chor Claritas Vocalis aus Frankfurt faszinierte mit seinem Programm „Lichtblicke“.Foto: Andreas Schmidt

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Präsidentin des Marburger Rotary Clubs, Regina Leimbach, begrüßte die rund 220 Gäste an einem ungewöhnlichen Ort - im Autohaus Nord. Sie wies darauf hin, dass der komplette Erlös des Benefizkonzertes an die beiden Marburger Organisationen „Menschenskinder“ und „spectrum“ geht. „Menschenskinder“ engagiert sich für psychisch kranke Kinder und Jugendliche, „spectrum“ setzt sich für Erwachsene mit geistigen Behinderungen ein.

Das Ensemble Claritas Vocalis, das Ende Mai in Weimar den 1. Preis des Deutschen Chorwettbewerbs gewonnen hat, ist ein echtes Juwel: funkelnde Klarheit, strahlende Reinheit, leuchtender Klang. Der Chor sang mit viel Ausdruck und Sensibilität und überzeugte durch absolut sichere Intonation, ausgefeilter Dynamik und beste Textverständlichkeit. Kurz: Der Abend war ein echter Hörgenuss.

Das Programm, das den Titel „Lichtblicke“ trug, machte seinem Namen alle Ehre. Es begeisterte mit einer spannenden Mischung aus neuer und älterer Musik. Die größtenteils recht unbekannten Komponisten stammten aus allen Teilen der Erde.

Los ging es mit einem Werk des amerikanischen Komponisten Ola Gjeilo, der 1978 geboren wurde. Das Stück „The Spheres“ aus seiner „Sunrise-Mass“ war faszinierend: Wunderbare, anrührende Sphärenklänge schwebten durch den Raum, die zarten, feinen Klangreibungen erzeugten Gänsehaut. Sechsstimmig wurden die Psalmen Davids aus „Taaveti laulud“ von Cyrillus Kreek gesungen. Der estnische Komponist (1889-1962) hat in seinen Werken unter anderem die Volksliedtraditionen seines Landes verarbeitet.

Die alten Meister waren dann mit einer Motette von Heinrich Schütz (1585-1672) vertreten. Der Chor interpretierte sein sechsstimmiges „Selig sind die Toten“ mit viel Engagement und Feingefühl. Aus dem Wettbewerbsprogramm des Ensembles stammte schließlich ein Werk des jungen polnischen Komponisten Jakub Neske. „Mironczarnia“ von 2012 war ein spannungsgeladenes Stück, das mit viel Rhythmus daher kam und mit Sprechgesang und Geflüster eine ganz besondere Wirkung entfaltete. Am Schluss des beeindruckenden Konzertes gab es begeisterten Applaus und stehende Ovationen für den Chor aus Frankfurt und seinen Leiter Uwe Heller. Natürlich durften die achtzehn Sängerinnen und Sänger nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen.

In der Konzertpause wurden die beiden Vertreter der Vereine interviewt, denen der Erlös des Benefizkonzertes zugute kommt.

Professorin Dr. Katja Becker, Vorsitzende von „Menschenskinder“ Marburg, erzählte, dass es heute immer noch ein Stigma sei, an einer psychischen Krankheit zu leiden. Sie berichtete, dass das Geld zum Aufbau einer kindgerechten Therapieform verwendet wird, die mit Meerschweinchen und Kaninchen arbeitet.

Timm Thielecke, Geschäftsführer von „spectrum“, erklärte, das Geld werde für das Projekt „Best Buddies“ verwendet. Das Projekt hat zum Ziel, Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenzubringen und gemeinsame Unternehmungen zu ermöglichen.

von Bettina Preussner

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