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Ein „Keiserliches“ Passionsoratorium

Marburger Bachchor Ein „Keiserliches“ Passionsoratorium

Der Marburger Bachchor führt am Samstag, 22. März, ab 20 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche die „Passio secundum Marcum“ auf. Die Passion nach dem Text des Evangelisten Markus wird Reinhard Keiser zugeschrieben

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Der Marburger Bachchor singt am Samstag in der Lutherischen Pfarrkirche die „Misso secundum Marcum“.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ob der an der Hamburger Oper am Gänsemarkt im frühen 18. Jahrhundert gefeierte Opernkomponist Reinhard Keiser (1674 - 1739) das Werk tatsächlich komponiert hat, ist umstritten. Sicher ist: Der große Johann Sebastian Bach bearbeitete und ergänzte das ursprüngliche, wahrscheinlich von Gottfried Keiser, dem Vater von Reinhard Keiser komponierte Werk und führte es schon lange vor der Entstehung seiner eigenen großen Passionen in verschiedenen Fassungen auf. Die Passion präsentiere die Leidensgeschichte und Kreuzigung Jesu Christi in einer sehr verdichteten und ergreifenden Form, teilte der Bachchor mit.

In Marburg wird die „Passio secundum Marcum“ von den vier renommierten Gesangssolisten Verena Gropper (Sopran), Birgit Schmickler (Alt), Thilo Busch (Tenor), Thomas Gropper (Bass), dem Marburger Bachchor und dem Barockorchester L’arpa festante unter der Leitung von Nicolo Sokoli interpretiert. Sokoli hat seit 2002 die künstlerische Leitung des Marburger Bachchores inne. Er studierte Kirchenmusik, Chor- und Orchesterleitung sowie konzertantes Orgelspiel an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Meisterkurse runden seine Ausbildung ab. Neben seinen Tätigkeiten für das Bistum Mainz als Regionalkantor, als Dozent für Stimmbildung und Orgelspiel am Institut für Kirchenmusik/Mainz und als Orgelsachverständiger des Bistums hat er zudem die künstlerische Leitung des von ihm gegründeten Vokalensembles Cantemus inne.

Der Marburger Bachchor wurde 1966 von Studierenden der Marburger Philipps-Universität gegründet und vereint heute weit über die Grenzen Marburgs hinaus ambitionierte und stimmlich gebildete Sängerinnen und Sänger verschiedener Generationen.

Der Name des Chores versteht sich in erster Linie als Verpflichtung zur Aufführung anspruchsvoller Chorliteratur, zu der neben den Werken Bachs Komponisten aus allen Stilrichtungen und Epochen der Musikgeschichte zählen.

Das Konzert am kommenden Samstag ist der Auftakt zu einem äußerst anspruchsvollen Jahresprogramm. Es umfasst eine Vielfalt anspruchsvoller weltlicher und geistlicher Chormusik aus Renaissance, Barock, Klassik, Romantik und Moderne. Und nicht nur in Marburg wird das überregional renommierte Chorensemble zu hören sein: Neben seinen hiesigen Auftritten gibt der Marburger Bachchor in diesem Jahr auch in Biedenkopf, Seligenstadt und Eisenach Konzerte.

„Shakespeare in Song“ lautet der Titel des zweiten Konzertprogramms. Mit einer Auswahl von Shakespeare-Vertonungen wird der Marburger Bachchor am 14. und 15. Juni im Fürstensaal des Marburger Schlosses den 450. Geburtstag des großen Lyrikers und Dramatikers begehen, begleitet am Klavier und ergänzt mit kurzweiligen Kommentaren vom künst­lerischen Leiter des Bachchores Nicolo Sokoli.

Gemeinsam mit dem Hugo-Wolf-Chor aus der Marburger Partnerstadt Maribor singt der Marbur­ger Bachchor am 2. Oktober in der Universitätskirche unter dem Titel „Jubilate Deo omnis terra“ unter anderem Vokalkompositionen des venezianischen Renaissance-Komponisten Andrea Gabrieli und des Meisters des deutschen Frühbarock, Heinrich Schütz.

Mit den ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach mit Konzerten in Bieden­kopf (St. Josef, 13. Dezember) und in Marburg (Pfarrkirche, 14. Dezember) und einer weiteren Aufführung der Fassung M. Gusenbauers für Kinder, ebenfalls in Marburg, wird der Bachchor sein Konzertjahr 2014 beenden.

Eintrittskarten für das Konzert am Samstag gibt es bei MTM am Pilgrimstein, Vorbestellungen sind per E-Mail unter: karten@marburger-bachchor.de möglich.

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