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Ein Kater vereint alle Generationen

Märchentheater Ein Kater vereint alle Generationen

„Was ist das, Mama?“ „Eine Windmühle!“ „Wieso kann sie sprechen?“ In der voll besetzten Waggonhalle schwebten bei der Premiere von „Der gestiefelte Kater“ viele Fragezeichen durch die Luft.

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Magdalena Kaim als gestiefelter Kater.Foto:Beikel

Marburg. Jeder kennt das Märchen der Brüder Grimm, doch diese Inszenierung von Peter Gerst bot etwas Neues. Mit Witz und Charme wurde jede einzelne Figur liebevoll umgesetzt. Sei es der von sich selbst überzeugte Esel oder der Müllersohn mit der Königstochter, die im siebten Himmel schwebten.

Magdalena Kaim, Autorin und Hauptdarstellerin in Personalunion, weiß, wie man Kinder zum Lachen bringt, eines der Stilmittel: „Kinder lachen oft über Wiederholungen.“ Der Kater band die Kinder auch in das Märchen mit ein: Wenn der König die Kinder fragte, wem die Wälder gehörten, schlüpften die Zuschauer in die Rolle des Volkes und antworteten: dem Grafen Friedewald.

Erwachsene wurden auf einer anderen Ebene angesprochen, besonders bei den übertrieben romantischen Szenen des Müllersohns und der Königstochter.

Seit vier Jahren sind Gerda und Jürgen Friesen gemeinsam mit ihrer Enkelin regelmäßig dabei, wenn Theater GegenStand ein neues Stück für Kinder rausbringt. Gerda Friesen ist begeistert: „Es ist erstaunlich, mit wie wenig Requisiten gearbeitet wird und die Geschichte dennoch immer auf den Punkt gebracht wird.“

Gleichzeitig Hauptrolle zu spielen und Autorin zu sein, ließ sich für Kaim gar nicht so gut vereinbaren: „Als Autor hat man konkrete Vorstellungen, wie die Figuren sein sollen. Der Regisseur realisiert es jedoch auf seine Art und Weise und dementsprechend ändert sich die Rolle.“ Regisseur Peter Gerst achtete bei der Inszenierung auf Details. Eine Besonderheit war die romantische Musik bei den kitschigen Szenen des Liebespaars. Die anderen Darsteller übernahmen gleich mehrere Rollen, so spielte Hubert Klinger den König, den Esel und den Zauberer, Tobias Klös den Müllersohn und die Wache und Sabine Kröning überzeugte als Prinzessin, Mühle und Rebhuhn.

Theater GegenStand betreibt mit seinen Stücken auch Pädagogik. Kinder entwickeln ein Gefühl für Gut und Böse und bekommen eine Botschaft mit auf den Weg. Für dieses Stück galt: „Man kann alles erreichen, wenn man sich nur traut.“

„Der gestiefelte Kater“ war auch nicht das erste und letzte Märchen für Kinder. Theater GegenStand präsentierte bereits „Rumpelstilzchen“, „Hans im Glück“, „Brüderchen und Schwesterchen“.

„Der gestiefelte Kater“ ist am 29. Juni wieder zu sehen. Wer nicht so lange warten kann, kann am Sonntag den „Froschkönig“ besuchen – jeweils um 15 Uhr in der Waggonhalle.

von Elisabeth Beikel

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