Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Ein Kabarettist feiert Weihnachten

Kabarettherbst: Michael Altinger Ein Kabarettist feiert Weihnachten

Verschneite Berge, strahlende Kinderaugen und Peter Alexander singt „Süßer die Glocken“. Weihnachtsidylle, wie Michael Altinger sich das vorstellt. Nach 30 Mon Chéris.

Voriger Artikel
Besinnlichkeit und Humor vereinen
Nächster Artikel
Vielfältige Kunst in kleinen Formaten

So freut sich Michael Altinger auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Kräuterlikör und Mon Chéris helfen in der Düsternis.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. Weihnachten ist die schönste Zeit im Jahr, findet Michael Altinger. Und an seiner „übermäßigen Vorfreude“ will der Kabarettist auch andere Menschen teilhaben lassen. Kein Wunder, dass es seit inzwischen fast 20 Jahren ein Programm mit dem Titel „Meine heilige Familie“ gibt, in dem er sein Herz und seine Seele „in unverantwortlicher Weise“ öffnet, wie er selbst gesteht.

Er sinniert nicht nur darüber, wie es nach der Geburt von Jesus wohl zugegangen wäre, hätte Maria eine Bettnachbarin gehabt, sondern erzählt auch von der Geburt seines eigenen Sohnes und dass der immer noch ans Christkind glaubt. Dass es den Wunschzettel abholt, die Geschenke bastelt und bringt. Von wegen „die Mama und ich kaufen die“. Der Junge verweigert sich solchen Erklärungen. Dabei zieht er demnächst aus. Und die AC/DC-Sammelbox? Hat die auch das Christkind gebastelt?

Josef hieß eigentlich Fritz

Dieses Jahr kriegt der Sohn jedenfalls ein Thymian-Salbei-Öl. In der Verpackung des iPhones, das er sich wünscht. Auf den Moment freut sich Michael Altinger jetzt schon. Genau wie es ihm einen Riesenspaß macht, sich ein Geschenk einpacken zu lassen, wenn er es kauft. Aber nur, wenn man dem überforderten Azubi schon von Weitem ansieht, dass er bereits am Tesafilm scheitern wird. „Sternstunden der Feinmotorik“, witzelt er.

Sternstunden sind es dann auch in der besinnlichen Vorweihnachtszeit, wenn man ganz bei sich ist. „Bei sich, an sich und für sich und an und für sich“. Wenn man spürt – „jetzt wird’s stinkfad“. Da bekommt Michael Altinger Lust auf eine Banane und ein Mon Chéri. Nach 30 ist er „rotzbesoffen“. Und hat Verstopfung. Und wenn er zum Äußersten geht, dann fotografiert er die Plätzchen, die seine Frau gebacken hat, stellt sie auf seine Facebook-Seite und behauptet, er habe sie gebacken.

Zwischendurch schlüpft Altinger in die Rolle seines eigenen Vaters, der sich über den von der Kindergärtnerin gebastelten Wuffi, den der Michi ihm geschenkt hat, nicht so wirklich freuen wollte und Kräuterlikör trinken musste, um in Sachen Testament bei der Schwiegermutter entscheidende Punkte gegen die Verwandtschaft wieder gutzumachen.

Begleitet von Martin Julius ­Faber an Gitarre oder Keyboard singt der Kabarettist dann auch noch. Zum Beispiel darüber, wie „stinkfad“ der Josef das damals fand. Der übrigens eh für den Namen Fritz war. Fritz von ­Nazareth.

Wenn man am Ende der ganzen Festivitäten dem Partner in die Augen schauen kann und feststellt, wie viele andere Paare sich getrennt haben, dann ist das alles doch ganz ordentlich gelaufen? Bevor es „macht’s es gut, frohe Ostern, pfüat euch“ hieß, musste Michael Altinger natürlich noch eine Zugabe geben. „Manchmal ist es wichtig, dass man öfter amal a Gaudi hat“ ist ein Lied, das Kabarett-Fans von Michael Altinger längst kennen. Und weil das so wichtig ist, darf der auch gern zu Ostern schon wiederkommen.

von Nadja Schwarzwäller

   
   
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr