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Ein Hauch von Broadway streift Marburg

Musical-Nacht Ein Hauch von Broadway streift Marburg

Es war kein klassischer Musicalabend. Eher ein Abend voller Musicals. In zweieinhalb Stunden wurden am Freitagabend Höhepunkte aus 17 beliebten Musicals gezeigt. Die etwa 800 Zuschauer in der Stadthalle waren begeistert.

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Das große Finale nach zweieinhalb Stunden mit einem begeisterten Marburger Publikum. Unten von links: Agnés Heiter in „Cabaret“; Romeo Salazar als „König der Löwen“ mit Judith Peres als Nala und Andrea Matthias Pagani als Graf von Krolock in „Tanz der Vam

Quelle: Tonia Poeppler

Marburg. Rauchschwaden ziehen gemächlich über die Bühne. Diffuses blaues Licht ummalt eine junge Frau. Plötzlich ist sie umgeben von tanzenden Vampiren. „Carpe noctem“, zu deutsch „Nutze die Nacht“, singen sie. Spätestens, als ein blasser Mann in schwarzem, bodenlangem Umhang mit rotem Stehkragen aus dem Dunklen tritt und von der „Unstillbaren Gier“ auf Blut singt, ist klar: es ist der „Tanz der Vampire“.

Im Handumdrehen schaffen es die vier Sänger und acht Tänzer der Broadway Musical Dance Company, das Publikum mitzureißen. Von „Rock of Ages“ über „Falco“ und „Elisabeth“ bis hin zu „Mamma Mia“, „Tarzan“ und dem „König der Löwen“ war wirklich alles dabei. Das junge, energiegeladene Ensemble sang und tanzte von einem Höhepunkt zum anderen. Nonstop reihten sich die Hits aus Musicals wie „We will rock you“, „Phantom der Oper“ oder „Dirty Dancing“ aneinander. Entsprechend schnell wechselten das Aussehen der Akteure und die Gefühle, die die Lieder übermitteln. Gefühlvolle Solo-Nummern wie „Wein’ nicht um mich Argentinien“ aus „Evita“ und „Memory“ aus „Cats“ (durch Popsopranistin Judith Peres) kamen genauso vor wie tanzlastige Stücke, so zum Beispiel „Time of my Life“ und der Mambo aus „Dirty Dancing“ oder aber „Ich war noch niemals in New York“ aus dem gleichnamigen Stück.

Besonders stach Sänger Andrea Matthias Pagani hervor, der die Rolle des Don Quijote aus „Der Mann von La Mancha“ unglaublich überzeugend darstellte und das Publikum mit seiner Bariton-Stimme in seinen Bann zog.

Mit einer aufreizenden Tanzdarbietung und einer großen Stimme entführte Sopranistin Agnés Heiter als Sally Bowles in „Cabaret“ in die Welt der 30er Jahre, irgendwo zwischen Glanz und Abgrund.

Die ausgefeilte Lichttechnik holte aus dem gleichbleibenden Bühnenbild alles heraus. Doch ein aufwendiges Bühnenbild vermisste wohl auch niemand. Dafür faszinierten die extrem schnellen Kostüm- und Maskenwechsel der Akteure viel zu sehr. Auch gab es Momente zum Lachen, in denen dann das Publikum so richtig in Fahrt kam. Als Sänger Romeo Salazar wild, lasziv und ungehemmt in der Rolle des Transvestiten Frank’n’Furter aus der Rocky Horror Picture Show auf Tuchfühlung mit den Marburger Männern gehen wollte. Einige Zuschauer quietschten aus Vergnügen, vor allem aber die Frauen - denn die hatten von dem Mann in halsbrecherisch hohen Highheels nichts zu befürchten.

Nach einem furiosen Schluss zu „Sister Act“ wurde das Publikum sogar noch in die Zugabe einbezogen. Kurzerhand wurden Tanzschritte zum „Timewarp“ gelehrt und zusammen gesungen.

von Tonia Simone Pöppler

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