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Ein Gipfelwerk der Kirchenmusik

Kantorei der Elisabethkirche singt h-Moll-Messe Ein Gipfelwerk der Kirchenmusik

Sie ist ergreifend. Sie ist mystisch. Sie ist - wie Star-Kritiker Joachim Kaiser meint - das „gewaltigste Chorwerk der Christenheit“. Bezirkskantor Nils Kuppe wagt sich mit seiner Kantorei an Bachs h-Moll-Messe.

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Ein sehr ambitioniertes Projekt: Die Kantorei der Elisabethkirche – hier ein Foto einer früheren Aufführung – singt Bach h-Moll-Messe.Foto: Christian Preussner

Marburg. Die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach gilt als eines der größten musikalischen Kunstwerke aller Zeiten. Die Kantorei der Elisabethkirche bringt die Messe am Samstag und Sonntag, 2. und 3. November, in der Elisabethkirche zur Aufführung.

Mit der h-Moll-Messe hat Johann Sebastian Bach ein Werk hinterlassen, das die Geschichte der Komposition bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zusammenfasst. Sie ist ein Beispiel für die stilistische Vielseitigkeit des großen Komponisten und nimmt eine besondere Stellung in seinem unglaublich umfangreichen Gesamtwerk ein. Die h-Moll-Messe ist Bachs einzige vollständige Vertonung einer Messe und die letzte große Komposition, die er vollendet hat.

Gegen Ende seines Lebens stellte Bach verschiedene Werke, die er zwischen 1724 und 1749 komponiert hat, zu einer „Missa tota“, einer vollständigen Messe zusammen. Unbekannt ist der Anlass für diese Bearbeitung, doch möglicherweise könnte die Einweihung der Dresdner Hofkirche ein Grund gewesen sein. Eine Aufführung der gesamten Messe zu Lebzeiten Bachs ist nicht belegt.

Bach fügte in der h-Moll-Messe neu Komponiertes und ältere Werke zu einer neuen, einzigartigen Einheit zusammen. So stammt das „Sanctus“ aus einer Weihnachtsmesse von 1724, das „Agnus Dei“ aus einer Kantate, die er 1725 für eine Hochzeit schuf. Es scheint so, als ob Bach sein Schaffen für die Nachwelt in einem repräsentativen Werk zusammenfassen wollte.

Die Messe vereinigt die verschiedensten musikalischen Stile und Kompositionstechniken, die bis dahin bekannt waren, und wird so zu einem Musterbuch der Stile und Formen.

„Für mich gibt es nichts Vergleichbares in der Musikgeschichte“, sagt Chorleiter und Bezirkskantor Nils Kuppe. „Ich kenne die Messe schon lange und habe sie schon als Kind mitgesungen.“

Die Kantorei der Elisabethkirche singt die h-Moll-Messe zum ersten Mal. Die 120 Sängerinnen und Sänger proben mit Unterbrechungen bereits seit dem Sommer 2012 für das Konzert. Ein kleiner Teil der Messe, das „Gloria“, erklang schon im Dezember 2012 in einem Weihnachtskonzert.

Begleitet wird die Kantorei wieder vom Ensemble „Solamente Naturali“ aus Bratislava. Das Barockorchester um Konzertmeister Milos Valent, das auf historischen Instrumenten musiziert, hat sein lebendiges und mitreißendes Spiel in Marburg schon oft unter Beweis gestellt.

Die Solopartien übernehmen Heike Heilmann (Sopran), Meinderd Zwart (Altus), Andreas Post (Tenor) und Jens Hamann (Bass). Die Leitung hat Nils Kuppe.

Die beiden Konzerte am 2. und 3. November beginnen jeweils um 18 Uhr. Karten gibt es in der Elisabethkirche.

von Bettina Preussner

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